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Westerngitarre zu sachten Wellen

"Tatort Hawaii" Westerngitarre zu sachten Wellen

Das Festival, das Prinz Willy beim „Tatort Hawaii“ am Steiner Strand ausrichtet, wächst von Jahr zu Jahr in kleinen kontinuierlichen Schritten und atmet familiäre Atmosphäre. Am Wochenende genoss ein entspanntes Publikum die letzte Ausgabe.

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Einfach ein schöner Sommerabend: Der Berliner Singer-Songwriter Herr Binner machte den Anfang.

Quelle: Foto: Michael Kaniecki

Stein. Der Sommer meldet sich spät und dennoch rechtzeitig zurück. In den frühen Abendstunden steht die Sonne noch hoch hinterm Deich in Stein und die ersten Soundcheck-Töne geben eine Vorahnung, was da später kommen mag. Das Festival, das Prinz Willy beim „Tatort Hawaii“ am Steiner Strand ausrichtet, wächst von Jahr zu Jahr in kleinen kontinuierlichen Schritten und atmet familiäre Atmosphäre. Was mit Besuchen und guten Gesprächen von Mit-Organisator Jörg Michaelsen in Willys Musik-Café in der Kieler Lutherstraße vor Jahren begann, hat sich mittlerweile zu einer echten Sommer-Institution gemausert.

 „In den Anfangsjahren hatten wir zu kämpfen mit Starkregen und Sturm“, erinnert sich Michaelsen. In diesem Jahr war ihnen das Wetterglück bei ihren vier Ausgaben stets hold. „Super, toll, einfach richtig gut“, ist Willy sichtlich erfreut über die Resonanz und die sich auch nun wieder füllenden Plätze vor der Surfschule mit der Bühne auf Augenhöhe. Das Konzept, nicht zu groß zu werden und auf drei Singer-Songwriter sowie eine Band zu setzen, unterstreicht den ruhigen Charme des kleinen, aber feinen Festivals. „Bis jetzt war alles Soundcheck, jetzt kommt Kunst“, ist dann seitens der Bühne zu hören. Herr Binner eröffnet den musikalischen Teil des Abends. Westerngitarre trifft auf Texte über das liebe Leben und die lebendige Liebe. Setzt der Berliner Liedermacher auf volle Akkorde, so anmutig kommt im Anschluss das Zupfwerk von Aaden zum Tragen. Der Mainzer liefert den perfekten Soundtrack zum dahindämmernden Abend und lässt seinen Kammerpop mit der Atmosphäre verschmelzen.

 Lauschig, gemütlich, harmonisch. Ganz im Sinne der Organisatoren, die darauf bauen, dass die Atmosphäre eben von den Besuchern getragen und beeinflusst wird. „Ein Künstler hat zugunsten der Stimmung schon einmal seine Setlist geändert“, erzählt Michaelsen. Wer weiß, ob das Nick Parker nicht gerade auch getan hat, als er die jüngsten Besucher in der vordersten Reihe mit in sein Konzert einbezieht. Seine in bester englischer Folk-Tradition gebrauten Songs wie Never Been To Dublin fügen sich jedenfalls nahtlos in das sanfte Gemüt des lauen Sommerabends ein.

 Nur wenige Meter weiter unten am Strand ist die Musik noch gut hörbar und entfaltet mit Blick auf die sacht rauschende Ostsee einmal mehr ihre Wirkung. Erst als die Wiener von Mary Broadcast als einzige Band des Abends die Bühne entern, stampft ein poppiger Beat, rollt ein fußhoher Bass, flirrt eine E-Gitarre. Der Fokus liegt auf Bandleaderin Mary Lamaro. Mit sonorer Stimme verleiht sie den mit Soul, Funk und Blues angereicherten Songs Verve und Klasse ohne zu überdrehen.

 Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass sich Mary Broadcast ebenfalls ziemlich geschmeidig in diesen Abend schmiegen.

Videoimpressionen: Prinz Willy zu Besuch bei Tatort Hawaii am 23. Juli

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