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Künstlerisches Neuland

Klaus Fußmann in Eutin: Künstlerisches Neuland

Seit den 70er Jahren verbringt Klaus Fußmann seine Sommer in Gelting – seine Bilder von blühenden Rapsfeldern und sattgrünen Wiesen sind seitdem fast schon ein Synonym für Schleswig-Holstein. Fanden Motive aus dem nordöstlichen Holstein bis vor kurzem kaum Eingang in seine Bildwelt, ist diese Lücke nun geschlossen.

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Klaus Fußmann: Eutin, Ostholstein-Museum, Pastell 2015.

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Eutin. Unter dem Titel „Stadt Land Seen – Klaus Fußmann in Holstein“ präsentiert das Ostholstein-Museum Eutin Arbeiten, die in den letzten zwei Jahren in der Holsteinischen Schweiz entstanden sind. Die bevorstehende Landesgartenschau, die am 28. April in Eutin eröffnet wird, gab dem gebürtigen Rheinländer den Impuls für seine künstlerische Entdeckungsreise. Wie und wo er bei seiner Motivsuche fündig wurde, zeigen rund 50 Aquarelle und Ölbilder mit Landschaften, Schlössern und Herrenhäusern rund um Plön, Eutin, Grömitz und Selent.

 Dass die Schau trotz der thematischen Eingrenzung einige Facetten bietet, ist der stilistischen Wandlungsfähigkeit des 77-Jährigen zu danken, der von 1974 bis 2005 eine Professur an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin innehatte und nicht umsonst zu den renommierten Vertretern der zeitgenössischen deutschen Landschaftsmalerei zählt.

 Akribischer Realismus ist Fußmanns Sache nicht. Ihm geht es um Komposition und Farbe. Flächig aufgebaut sind seine Aquarelle und Pastelle, in denen etwa das Blau der Ostsee bei Heiligenhafen unter einem weißen Wolkenstreifen leuchtet und der braune Acker bei Nüchel sonnenbeschienene Wärme suggeriert. Verschwommen sind die Konturen zwischen den Flächen, nur vereinzelt setzt der Blaustift expressive Akzente. Wiedererkennungswert haben atmosphärische Darstellungen bekannter Baudenkmäler, darunter das vom Weißen Haus flankierte Kloster Cismar oder das Eutiner Schloss, das sich als roter Klotz vor grüner Parklandschaft behauptet. Doch Fußmann kann auch anders. Als Rausch aus Form und Farbe präsentieren sich abstrakt modellierte Landschaften, deren pastoser Farbauftrag den Bildern Reliefcharakter verleiht. In große Formate gefasst, setzen sich die Motive hier für das Auge des Betrachters erst aus der Distanz zusammen.

 Erweitert wird der Blick des Künstlers auf Ostholstein durch Blumen- und Gartenbilder aus Schleswig-Holstein, die Lust auf Frühling machen. Margeriten, Rittersporn und Mohn, gemalt in feinster Aquarelltechnik, zeigen, was der Garten in der warmen Jahreszeit so hergibt. Begleitet wird die Schau durch ein ansprechend gestaltetes Katalog-Lesebuch, das den Werken Fußmanns historische und zeitgenössische literarische Texte beiseite stellt.

 Ostholstein-Museum Eutin, Schlossplatz 1. Bis 3. Juli. Öffnungszeiten bis 27.4. Di-Fr 11-17 Uhr, Sa+So 10-17.30 Uhr. Ab 28. 4. Mo-Do 11-18 Uhr, Fr-So 11-19 Uhr. Katalog 10 Euro. Abend-Führung mit Museumsleiterin Julia Hümme am Mi, 30. März, 18 Uhr.

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