19 ° / 7 ° heiter

Navigation:
Fordernder Parcours

Palestrina-Ensemble Fordernder Parcours

Mit einem ambitionierten Programm bereichert das Palestrina-Ensemble auch die diesjährige Kieler Woche und setzt dabei gleich zwei Schwerpunkte: Zum einen würdigen die Sänger Max Reger, dessen Musik in Kiel rund um seinen 100. Todestag derzeit allerorten zu hören ist. Zum anderen mischen sie die Chorwerke des Komponisten mit deutschen Volksliedern, die allerdings in modernen Vertonungen erklingen.

Voriger Artikel
"Basta hat seinen ganz eigenen Stil gefunden"
Nächster Artikel
Privattheatertage beginnen mit Brechts "Hans im Glück"

Andreas Koller leitet das gut präparierte Palestrina-Ensemble erneut am Donnerstag.

Quelle: Axel Nickolaus

Kiel. In der gut besuchten Ansgarkirche gibt es so vielfachen Anlass zum Aufhorchen: Das aus dem 16. Jahrhundert stammende Tagelied Wach auf, meins Herzens Schöne erklingt hier etwa in der von schönen musikalischen Wellenbewegungen getragenen Fassung des 1969 geborenen Musiklehrers Ralph Hoffmann, Am Brunnen vor dem Tore kommt einem in einer Version von Matthias E. Becker daher und klingt vertraut-unvertraut. Unter der Leitung von Andreas Koller trifft das wohl präparierte Palestrina-Ensemble einerseits den Volkston der Werke sehr gut, andererseits interpretiert es sie zugleich mit der nötigen Sensibilität für die modernen Fassungen und hebt das bekannte Repertoire stets auch ein wenig in Richtung Kunstlied. Die Werke Max Regers, deren Komplexität hier vergleichbar feinsinnig umgesetzt wird, passen sich in diesen Reigen hervorragend ein.

 Indem dabei gewissermaßen ein Lied das nächste gibt und die Interpretationen klangbildlich relativ linear ausfallen, sorgt der zur Konzertmitte eingestreute Solo-Blockflöten-Parcours von Susanne Lorenz-Sprenger für willkommene Abwechselung. In ihrer Auswahl aus Agnes Dorwarths Werk Lauter seltsame Vögel und der Moon Dances des amerikanischen Komponisten Walter Mays zwitschert und tiriliert die Flöte und macht die Zuhörer überdies mit den Tänzen der Mandan-Indianer bekannt. Ein ebenso unterhaltsames wie forderndes musikalisches Intermezzo also, bemerkenswert konzentriert dargeboten, nach dem das Konzert wieder in sein Reger-Volkslied-Schema zurückfindet und sich mit Burkhard Kinzlers Vertonung des Liedes Es geht eine dunkle Wolke herein sogar noch einen Schlenker in Richtung Jazzrock leistet.

 Das Konzert wird am Donnerstag um 21 Uhr in der Ansgarkirche wiederholt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3