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„Winnetou“-Darsteller Pierre Brice gestorben

Paris/Bad Segeberg „Winnetou“-Darsteller Pierre Brice gestorben

Der französische Schauspieler und „Winnetou“-Darsteller Pierre Brice ist tot. Der 86-Jährige sei am Sonnabend in einem Krankenhaus bei Paris in den Armen seiner Frau gestorben, teilten das Management und der Anwalt des Schauspielers mit. Nicht nur in Bad Segeberg hatte der Franzose viele Fans.

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Pierre Brice als stolzer Apachen-Häuptling "Winnetou".

Quelle: dpa

Paris. Brice starb an den Folgen einer Lungenentzündung.

Berühmt wurde Brice in Deutschland vor allem als „Winnetou“. Der Romanheld von Karl May war die Rolle seines Lebens. In den 60er Jahren spielte er ihn insgesamt elf Mal. Seinen ersten Auftritt hatte der in Brest geborene Schauspieler 1962 im „Schatz im Silbersee“. Sein Filmtod löste 1965 eine Protestwelle aus, daraufhin durfte der Indianer für kurze Zeit wieder auferstehen. Die Filmreihe endete 1968. Aber auch auf der Bühne trat er für die Sache der Indianer ein.

Nachdem er nach zehn Jahren die Bühne im sauerländischen Elspe verlassen hatte, wechselte Brice 1988 an den Bad Segeberger Kalkberg. Vier Jahre lang streifte er sich hier noch einmal das berühmte Wildlederkostüm über. Die Besucherzahlen stiegen sprunghaft von rund 150.000 auf über 250.000 und schließlich auf 299.000 an. Jeder wollte den legendären Film-Winnetou sehen.

Brice bescherte den Karl-May-Spielen einen rasanten Aufschwung. Der berühmte Franzose spielte nicht nur den Winnetou, sondern war zugleich auch Autor der Bühnenstücke, in die er allerdings nur wenig Action einbaute. Er sah Winnetou als gereiften Friedensbotschafter, der Monologe zur Völkerverständigung hielt.

1991 sorgte das (frei erfundene) Stück „Winnetou – das Vermächtnis“ mit dem Film-Sam-Hawkens Ralf Wolter für einen Bad Segeberger Rekord, der 18 Jahre lang Bestand haben sollte: 317.000 Zuschauer. Inzwischen wurde die Bestmarke dreimal übertroffen.

Im Sommer 1999 kehrte Brice als Regisseur an den Kalkberg zurück. Die Saison war überschattet von einem Großbrand in den Kulissen und konnte nicht an die früheren Erfolge des Franzosen anknüpfen. Die Idee, Brice als „weißen Mann“ (quasi ein alter ego Karl Mays) in das Abenteuer einzubauen, war noch vor der Premiere fallengelassen worden. Die Kalkberg GmbH setzte anschließend auf ein neues künstlerisches Team.

"Das Team der Karl-May-Spiele erinnert sich voller Dankbarkeit an Pierre. Wir verlieren einen Freund", sagte Ute Thienel, Geschäftsführerin der Karl-May-Spiele in Bad Segeberg, am Sonnabend.

Pierre Brice, der eigentlich Pierre Louis Baron de Bris hieß, hat auch privat die Ideale und Werte wie Freiheit, Menschenwürde und Toleranz seiner legendären Filmfigur vertreten. Das sei auch der Grund dafür gewesen, dass er fast 40 Jahre die berühmte Indianerfigur gespielt habe, sagte er einmal.

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Foto: "Im Tal des Todes" feiert seine Premiere am 27.06.2015 im Freilichttheater am Kalkberg.

Das Tal des Todes im tiefsten Mexiko ist gemeinhin nicht für sein kühl-windiges Schauerwetter bekannt. Eine solche Kombination gibt es wohl nur im Wilden Westen von Bad Segeberg. Am Freitag konnten sich vor allem die Neuen im Ensemble der Karl-May-Spiele schon einmal mit den nicht immer ganz einfachen Bedingungen im Freilichttheater am Kalkberg vertraut machen – jedenfalls zum ersten Mal vor einem richtigen Publikum.

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