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Der Film im Kopf

Musiktalent Paul C. Schmidt Der Film im Kopf

„Musik ist mein Zuhause; das Klavier mein Instrument“, sagt Paul C. Schmidt. Der in Achterwehr lebende 16-jährige Gymnasiast hat gerade seine zweite, erstmals professionell in einem Studio aufgenommene CD produziert - mit etlichen eigenen Stücken darauf.

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Paul Schmidt an seinem Instrument, dem Klavier.

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Achterwehr. „Sich abends ans Klavier zu setzen, ist Entspannung pur. Und genau das dann später als Beruf zu machen, was man nicht als ’Arbeit’ empfindet, wäre schon ein Traum“, sagt Paul C. Schmidt. Der in Achterwehr lebende 16-Jährige, Schüler im 11. Jahrgang und ästhetischen Profil des Gymnasiums Kronshagen, lässt keinen Zweifel daran, dass er das Tasteninstrument als Mittelpunkt seines jungen Lebens empfindet, auch wenn er als begeisterter Tennisspieler, regelmäßiger Fitness-Studio-Besucher sowie mit ausgeprägtem Interesse am Zeichnen und an Architektur auch anderweitig Energie ausstrahlt.

 Gerade hat er seine zweite, erstmals professionell in einem Studio aufgenommene und in mehrstündiger Aufnahmesitzung in Takes zusammengeschnittene CD produziert: „Das war schon stressig, hat aber auch wegen der Profi-Bedingungen wahnsinnig viel Spaß gemacht“, erzählt Paul. Das Besondere: Schmidt spielt darauf nicht etwa nur Song-Cover oder Fremdkompositionen, sondern hat eigene Improvisationen festgehalten – eigenständige Musik im Lounge-Pop-Stil, die assoziative Bilder im Kopf entstehen lässt. Paul C. Schmidt steht nämlich hörbar dem Filmmusik-Genre nahe, verehrt besonders den deutschen Oscarpreisträger Hans Zimmer, der mit den Soundtracks von Rain Man, König der Löwen, Besser geht’s nicht, Sherlock Holmes oder zuletzt Nolans Science-Fiction Interstellar in Hollywood Akzente gesetzt hat. Das Hauptthema aus Interstellar kommt prompt auf der Expressions-CD zu Acht-Minuten-Ehren. „Bei Zimmer hat das oft eine verblüffende Einfachheit und trotzdem trägt es maßgeblich dazu bei, jeden Film zu verändern.“ Und auch die Version von Christina Perris Song A Thousand Years hat Kino-Bezug.

 Fünf Titel – Für Ronja, Hope, Improvisaton no.1, As Time goes by und Memories – sind Original Paul C. Schmidt. „Das entsteht oft aus Melodiebruchstücken, die einem spontan einfallen und am besten gleich am Klavier ausprobiert werden. Oder ich spiele in einer vorab gewählten Tonart drauflos und setze dann entstandene Puzzleteile zusammen, was seine Zeit dauert.“ Alles wird im Kopf gespeichert, bislang nichts notiert.

 Emotionen sind dem Musiker wichtig. Deshalb liebt er es auch, die eigenen in Klavierwerken von Frédéric Chopin bespiegeln zu können. Wenn er derzeit neben dem ähnlich frei gestaltungsfähigen cis-moll-Prélude von Rachmaninow eine Bachsche Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier mit ihrer klaren „Objektivität“ übt, wird ihm der Unterschied besonders deutlich. Das pianistische Rüstzeug vermittelt ihm seit Jahren der polnische Instrumentalpädagoge Robert Moskwa – bis hin zu Ersten Preisen beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ auf Landesebene.

 Mit Moskwa sowie auf Grundlage eigener theoretischer Studien erarbeitet er die unbedingt notwendigen Harmoniekenntnisse für die eigenen pianistischen Fantasieausschweifungen. „Mein Ziel ist es, hier irgendwann so fit zu sein, selber Filmmusik schreiben zu können“, sagt Paul und verweist zugleich auf ein anderes, wichtiges Improvisationsvorbild: den Youtube-Star Kyle Landry. „Genau meine Richtung! Das so zu können, wäre richtig toll.“

 Die CD „Expressions“ von Paul C. Schmidt ist beim Label Timezone erschienen.

http://www.timezone-records.com/kuenstler/details/paul-c-schmidt/

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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