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Gags und schnelle Schläge

Pete York im Interview Gags und schnelle Schläge

Von wegen „altes Eisen“: Mit 73 Jahren trommelt Pete York immer noch voller Leidenschaft, und wenn es sein muss, auch bis der Arzt kommt. Am Freitag ist er mit dem Tastenmann Christoph Steinbach und Stephan Holstein (Saxofon, Klarinette) als Drum Boogie-Project in der Räucherei zu erleben.

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Am Schlagzeug schon eine lebende Legende: Pete York.

Quelle: Fabulous

Kiel. Ist Deutschland Deine zweite Heimat geworden?

Nein, es ist meine Heimat. Seit 1984 lebe ich inzwischen hier. Ich hatte überlegt, im gesetzten Alter zurück nach Großbritannien zu gehen. Ich habe mich mit meiner Frau sogar intensiv auf der Insel umgesehen, aber am Ende sind wir uns einig gewesen: Einen besseren Platz als hier in Bayern gibt es nicht.

Du hast besonders in Deutschland eine große Fangemeinde und schätzt die Zusammenarbeit mit deutschen Musikern. Was sagst Du zu Deinen beiden Begleitern beim Drum Boogie-Project?

Wir kennen uns seit 20, vielleicht auch schon seit 25 Jahren. Christoph ist ein erstklassiger Boogie Woogie-Pianist, er hat Vince Weber als Vorbild und eine starke linke Hand für den Rock’n’Roll. Und an Stephan bewundere ich, dass er so ein starkes Gefühl mit seinem Spiel transportiert.

Keine Gitarre, kein Bass – müssen wir uns auf einen eher jazz-lastigen Abend einstellen, was Dir als Bewunderer von Duke Ellington ja nicht schwer fallen dürfte?

Keineswegs. Von Rock über R & B und Boogie landen wir im Swing- und Bigbandmodus, kehren dann aber wieder zurück. Wir legen los und improvisieren gerne in bester Jam-Manier.

Bekommen wir denn auch die alten Welthits wie Gimme Some Lovin‘ zu hören, was Dir mit der Spencer Davis Group ja als junger Musiker schon früh den Durchbruch beschert hat, oder kannst Du die alten Sachen selbst schon gar nicht mehr hören?

Doch, ich stehe dazu. Das sind bis heute doch erstklassige Songs. Die Leute wollen das auf den Konzerten hören, die warten darauf, also spiele ich sie auch.

Hast Du noch Kontakt zu den Kollegen aus alten Tagen?

Oh ja. Es ist keine drei Monate her, da habe ich mit Steve Winwood telefoniert und vor paar Wochen auch mit Spencer Davis.

Dein Weg hat sich mit unzähligen Musikern gekreuzt. Dazu gehören auch Klaus Doldinger und Helge Schneider. Triffst Du beide noch?

Jedes Jahr Weihnachten gibt es bei mir eine Session-Party, Klaus hat dafür schon wieder zugesagt. Und mit Helge will ich bis zu den Festtagen gerne noch paar intime Clubkonzerte spielen. Wir sind da gerade in der Planung.

Viele kennen nur Deine musikalische Seite, aber es gibt ja auch noch den anderen Künstler Pete York, und da schließt sich vielleicht der Kreis in Sachen Helge Schneider und Humor.

Ja, eine ganze Zeit lang habe ich Comedian-Drehbücher geschrieben, die Gags für Monty Python und seine Truppe, lange bevor dieser seine große Bekanntheit erlangte.

Langweilt Dich die Musik von heute oder gibt es Künstler, bei denen Du auch anerkennend sagst, hey klasse?

Gerne schaue ich mir via Satelliten-TV Jools Hollands Fernsehshow im englischen Programm an. Leider gibt es ja immer weniger solche Livemusiksendungen. Aber wenn dort Taylor Swift auftritt oder Adele, das gefällt mir. Diese Sängerinnen bringen viel Ausstrahlung mit, das ist mehr als nur Glamour. Das ist mehr als bloß Talent, das ist schon Können – mein Respekt. Ja und jemand wie Shakira kann ich auch immer wieder gerne hören.

Das Interview führte Dieter Hanisch.

Pete York’s Drum Boogie Project: Fr 9. Oktober, Räucherei, Preetzer Str. 35, Kiel.

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