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Von elegant bis explosiv

Pete York in Kiel Von elegant bis explosiv

Das Schlagzeug-Spiel bleibt sein Jungbrunnen: Pete York ist mit 73 Lenzen zwar schon eine Weile im Renten-Alter, doch bei seinem Gastspiel in der Räucherei beweist er eindrucksvoll, dass er mit den Sticks in der Hand es noch locker mit allen anderen seiner Zunft aufnehmen kann.

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Pete York ist mit 73 Lenzen zwar schon eine Weile im Renten-Alter, doch bei seinem Gastspiel in der Räucherei beweist er eindrucksvoll, dass er mit den Sticks in der Hand es noch locker mit allen anderen seiner Zunft aufnehmen kann.

Quelle: Fabulous/PR

Kiel. Sein Drum Boogie Project ist eine spannende Reise durch Musikgeschichte.

Und das liegt auch an seinen beiden Reisebegleitern Christoph „Boogie Wolf“ Steinbach am Piano mit allerbestem Honky Tonk-Klang sowie Stephan Holstein, der abwechselnd Klarinette, Tenor- und Altsaxofon für Feeling und Feuer einsetzt. Spaß und Leidenschaft halten sich bei dem Trio die Waage, und das auf hohem Nivau. York gibt zwischendurch euphorisch und zugleich entschuldigend zu: „Believe me, we improvisieren!“ Dem Räucherei-Publikum gefällt‘s! Stücke von Fats Waller, Big Joe Turner, Duke Ellington, Oscar Peterson, Leadbelly – der kurzweilige Abend ist auch eine Huldigung an Musikgrößen aus vergangenen Jahrzehnten von Jazz und Blues. Und wenn das traditionelle Sweet Georgia Brown mal eben durch einen Geschwindigkeitswolf gedreht wird, beweisen York & Co. Spielfreude pur. York, Steinbach und Holstein zeigen, dass swingender Bigband-Sound auch zu Dritt zu erzeugen ist. Aber wo der Altmeister auftritt, da dürfen drei Stücke, die mit ihm am Schlagzeug zu großen Hits wurden, nicht fehlen: Keep On Running, I’m A Man und Gimme Some Lovin‘ – quasi das Markenzeichen der Spencer Davis Group in der Beat-Ära. Für alle drei Songs gilt: Ja, es geht auch ohne Gitarre, Bass und Hammondorgel!

Mehr als drei Viertel des Konzerts sind vorbei, da passiert das, worauf alle gewartet haben: Mr. „Super-Drumming“ nimmt eingebettet in I’m A Man Fahrt auf zu einem fulminanten Solo. Ob Sticks, Besen oder Handflächen, York zaubert von elegant bis explosiv! Kiels Spitzendrummer Markus Zell kann sich gar nicht satt sehen an der York-Darbietung, der von einem zum anderen Moment den Hebel umlegen kann vom dezenten Begleitmodus zum wilden, ausufernden Drum-Spektakel und umgekehrt. Eine Schlagzeug-Performance beinahe wie aus dem Lehrbuch!

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