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Martin Grubinger und Familie mit Nussknackereien

Peter, Tom und Jerry in Pronstorf Martin Grubinger und Familie mit Nussknackereien

So haben wir uns den Mäusekönig schon immer vorgestellt. Auf Grundlage der vierhändig zweiklavierigen Kammerkonzertfassung der Nussknacker-Suite lässt Väterchen Grubinger seinen berühmten Sohn Martin und dessen Familie auf die Trickfilmspur abbiegen.

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Musikalische Trickfilmspur unter der Leitung von Martin Grubinger.

Quelle: Axel Nickolaus

Pronstorf. Dazu gehören seine Schwiegertochter Ferzan Önder und deren Schwester Ferhan sowie ein paar Freunde vom Percussive Planet. Peter Iljitsch wirbelt munter mit Tom und Jerry durcheinander. Dem Ballett wird endgültig Beine gemacht. Hollywood generiert aus Petersburg einen Swing-Club. So entsteht ein besonders hübscher und entspannend humorvoller Kontrapunkt zum Tschaikowsky-Schwerpunkt des SHMF. Mit weiterem Probenschliff kann das pfiffige Arrangement von Grubinger senior es zum grandiosen Effektstück bringen, wenn die türkischen Zwillinge noch präziser mit den Perkussionisten zusammenarbeiten.

Noch so einige Audio-Nüsse zu knacken

Vor dieser Uraufführung gibt es in Pronstorf weitere Nüsse zu knacken. Béla Bartóks Sonate ist tatsächlich eine Initialzündung des Genres Klaviere und Schlagwerk. Hier geraten die Tasteninstrumente ein wenig in den Hintergrund, weil es den Damen an Allegro-barbara-Duchschlagskraft fehlt und die offenen Flügel ohne Schalldeckel oft keine Chance gehen die Fell-, Holz- und Metallschwingungen haben. Wie da aufeinander gehört wird, manche Details abgestimmt und anschmiegsam angeglichen sind, ist aber allemal hörenswert.

Neben Avner Dormans indoafrikanischem Stück, das den angekündigten Tan-Dun-Beitrag ohne weitere Erklärung ersetzt, ist es vor allem Steve Reichs Quartett für zwei Klaviere und zwei Vibraphone, das im ausverkauften Kuhstall-Konzert begeistert. Hier tastet sich das Önder-Duo im besten Sinne in die groovenden Minimal-Schwingungen hinein, erzielen Grubinger und Leonhard Schmidinger mit hochdifferenzierten Schlägen und swingenden Pulsationen lauter kleine Höhepunkte einer Klangkunst von 2013. Da merkt man dann deutlich, dass Reich selber Schlagzeuger ist.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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Erste Bilanz vom SHMF 2015
Foto: Volles Haus beim SHMF 2014: Trotzdem übertrifft die Platzauslastung 2015 das Vorjahr bereits.

Zur Halbzeit meldet das Schleswig-Holstein Musik Festival in seiner 30. Saison einen „großen Erfolg“: Gestern waren von rund 175000 verfügbaren Plätzen bereits mehr als 145000 belegt. Das entspricht einer Auslastung von 83 Prozent – und damit der Auslastung, die im vergangenen Jahr am Ende der Spielzeit erreicht war. Zur Halbzeit lag die Auslastung 2014 noch bei rund 78 Prozent.

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