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Erster Kandidat stammt aus der Schweiz

GMD-Nachfolge Erster Kandidat stammt aus der Schweiz

„Wir Schweizer haben es wirklich gut“, schwärmt Philippe Bach. Der erste der fünf Kandidaten, die um die Nachfolge von Kiels Generalmusikdirektor Georg Fritzsch in der anlaufenden Saison ein Philharmonisches Konzert dirigieren, stammt aus einem kleinen Dorf im Berner Oberland.

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Philippe Bach in der Orchesterprobe im Klaiber-Studio des Kieler Opernhauses.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Dort, wo fünf Kilometer weiter bergauf die Französische Schweiz beginnt und bei gutem Wetter schon Italien zu sehen ist, liegt Philippe Bachs Heimatort. Inklusive Englisch bewegt sich der 1974 geborene Musiker auf diese Weise schon immer ganz selbstverständlich in vier Sprachen.

Seine Heimat, die beim obligatorischen Skifahren und Wandern sowie als amtierender Chef der Kammerorchester von Bern und von Graubünden noch heute große Bedeutung für ihn hat, schuf beste Bedingungen für seine Pultkarriere: Im ganz nahen Gstaad erlebte schon der junge Bach Yehudi Menuhin und weltbeste Musiker von dessen Festival; außerdem leitete sein Vater die Musikschule der Region und die Bläser der Dorfkapelle. So stand Philippe, von Haus aus Hornist, schon mit zwölf selber am Pult des Schulorchesters.

Nach seinem Studium bei Johannes Schlaefli in Zürich („ein phantastischer Lehrer“) sprang der Opernfunke in London über, wo Bach als Stipendiat bei Sir Mark Elder und seiner progressiven English National Opera „eine besonders inspirierende Zeit“ erlebte. Als dann ein Wettbewerb noch zwei Jahre Praxis als Assistent von Jesús López Cobos am Teatro Real in Madrid erschloss, war Erfahrung früh gesichert.

Inzwischen ist Bach nach einer wertvollen Phase als Erster Kapellmeister am Theater Lübeck (2008-2010) Generalmusikdirektor einer besonders traditionsreichen Hofkapelle, denn im mitteldeutschen Meiningen wirkten einst Liszt, Brahms, Reger und der legendäre Dirigent Hans von Bülow.

Der von Erkenntnissen Harnoncourts mitgeprägte Dirigent will im Kieler Schloss der Entstehungszeit gemäß Brahms’ Dritte durchhörbar schlank („der fette Klang kam später“) anlegen. Auch gefällt ihm in Beethovens Coriolan und Schostakowitschs Zweitem Cellokonzert die passende „Tiefe“.

www.theater-kiel.de

www.musikfreunde-kiel.de

Von Christian Strehk

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