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Planeten, Holodeck und Major Tom

Katharina Kierzek Planeten, Holodeck und Major Tom

Spock ist schon da und schaut gewohnt gefasst drein unter den vielen Robots, Androiden, Außerirdischen und anderen Promis. Katharina Kierzek hat wieder alle Comic- und Zeichen-Register gezogen für ihre neue Installation, die sie in der Stadtteilbücherei Gaarden verwirklicht hat.

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Vulkanischer Gruß: Katharina Kierzek im Cockpit ihres gezeichneten Raumschiffs in der Stadtteilbücherei

Quelle: Foto: Marco Ehrhardt

Kiel. Spock ist schon da und schaut gewohnt gefasst drein unter den vielen Robots, Androiden, Außerirdischen und anderen Promis. E.T. reckt seinen krötigen Hals, schräg hinten grunzt Miss Piggy, die sich für den Anlass extra aufgebrezelt hat, und rechts in der Ecke hält Alf seine lange Nase ins Bild. Aber kennt den überhaupt noch jemand? Und der da in der ersten Reihe ist der Sandmann als Kosmonaut.

 Katharina Kierzek hat wieder alle Comic- und Zeichen-Register gezogen für ihre neue Installation, die sie in der Stadtteilbücherei Gaarden verwirklicht hat. Gestern Nachmittag wurde sie eingeweiht, es gab Reden, eine kleine Show und viele Kinder, die unbedingt zeigen wollten, welches Bild sie für Katharina Kierzeks „Raumschiff Immerbereit“ beigesteuert haben.

 Kristine Bliesener, Leiterin der Stadtteilbücherei Gaarden, freut sich darüber, dass sie eine Profikünstlerin für die Neugestaltung der Veranstaltungsecke gewinnen konnte. Katharina Kierzek hat sie sich gewünscht, weil sie ihre Installation in der Zentralbücherei im Kulturforum einfach wunderbar findet. Finanziert wurde die Arbeit vollständig aus dem Programm Kunst im öffentlichen Raum des Kulturministeriums. Aber weil ein Wasserschaden in der Bücherei und weitere Widrigkeiten die Arbeiten zurückwarfen und am Ende viel aufwendiger gestalteten, hat die Künstlerin viele, viel zu viele Stunden unbezahlt gearbeitet. „Das muss ja nicht so bleiben“, meinte sie so keck wie sympathisch mit Blick auf Wolfgang Röttgers, den Kämmerer und Kulturdezernenten der Stadt, der auch Grußworte beisteuern durfte, obwohl er ja keinen Pfennig dazubezahlt hat.

 Aber weg vom schnöden Geld in höhere Sphären: Wer eintaucht in Katharina Kierzeks Installation, den saugt sie ratz fatz auf. „Ick hab hier wie jewohnt alles vollwuchern lassen“, sagt sie. Und das Schöne war, man kannte ihre Handschrift und hat ihr blind vertraut. „Nicht mal eine Skizze musste ich vorlegen.“ Braucht sie auch nicht: In einer Ecke anfangen, einfach aus dem Bauch heraus, das ist Kierzeks Arbeitsstil, mit dem sie sich schon vor Jahren in ihrem irrwitzig langen Wandfries im Bunker D der FH Kiel so fulminant eingeführt hatte.

 In Gaarden sind die Kierzek typischen schwarzen Konturlinien das Grundgerüst für das Cockpit des Raumschiffs. Holodeck, Reservetank, Turbodüse und ein orangefarbener Monitor inklusive, aus dem Major Tom sehr ernst ins All schaut. „Die Verbeugung vor David Bowie, die musste einfach sein“, sagt Katharina Kierzek.

 Nicht nur die Kinder der drei Gaardener Schulen, die gestern aufgeregt ihre Bilder suchten, werden den neuen Rückzugsraum in der Bücherei lieben. „Wichtig ist, dass es ein Kunstwerk ist“, sagt Andrea Kühnast vom Kulturministerium. „Darum hat die Jury dafür gestimmt, und darum haben wir es gefördert.“

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