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Das ganze Glück an einem Tag

Premiere im Sechseckbau Das ganze Glück an einem Tag

Die Theaterkommode am Sechseckbau spielt in diesem "Nur ein Tag" von Martin Baltscheit aus dem Jahr 2007 Das Warmherzige Weihnachtsstück für alle Menschen ab sechs Jahren feiert am Freitag Premiere.

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Ein intensiver Tag mit Wildschwein, Fuchs und Eintagsfliege auf der Bühne des Sechseckbaus.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. Auf dem Spielplatz zwischen buntem Herbstlaub und Rutsche tut sich was. In einer Larve rumort es ordentlich. Heraus schlüpft: eine muntere Eintagsfliege. Das Wildschwein ist darüber allerdings schwer besorgt: „Ich will sie gar nicht erst kennenlernen!“ Schließlich könnte er sie ja lieb gewinnen, erzählt er dem Fuchs, und dann müsste er sich schon am Abend wieder von ihr verabschieden. Nur ein Tag heißt das warmherzige Theaterstück von Martin Baltscheit aus dem Jahr 2007, das die Theaterkommode am Sechseckbau als diesjähriges Weihnachtsstück für alle Menschen ab sechs Jahren zeigt. Premiere ist am Freitag,

Regie führt auch in diesem Jahr, wie bereits in den sechs Jahren zuvor, Jan Patrick Faatz, Lehramtsreferendar für Deutsch und Geschichte. Die Inszenierung desselben Stoffes vor vier Jahren am Kieler Werftparktheater hat Faatz damals nicht gesehen. „Ich bin erst später über die Hörspielversion auf das Stück aufmerksam geworden“, erzählt er, „und da es hat mir gleich besonders gut gefallen.“ Auch deshalb, weil es kein Stück über den Tod, sondern eines über das Leben sei. „Fuchs und Wildschwein erzählen der Fliege nicht, dass sie nur einen Tag zu leben hat“, so der Regisseur. Stattdessen sagen sie ihr, der Fuchs müsse bald sterben. Worauf die Eintagsfliege alles tut, um ihn an seinem einzigen Tag glücklich zu machen. Faatz: „Dadurch, dass die Fliege für andere da ist, erlebt sie selbst ihren schönsten Tag.“

Wer jetzt eine reichlich schwierige Thematik für ein Kindermärchenstück zu Weihnachten befürchtet, täuscht sich. Die Eintagsfliege im fantasievollen Kostüm mit knallblauer Perücke ist ein Ausbund an Lebensfreude. Mit einem proppenvollen Terminkalender, der heiraten, Kinder kriegen, alt werden und Chinesisch lernen beinhaltet. „Es ist ein sehr lustiges Stück und es gibt viel zu lachen“, erklärt Jan Patrick Faatz, „da ist keine Schwere drin und kein Zeigefinger. Sondern es geht darum, die Zeit, die man hat, mit den Sachen zu verbringen, die man gerne tun möchte. Man könnte auch sagen: Nutze den Tag!“

Auch, dass das Stück drei gleich große Rollen für die Schauspieler bereit hält, gab den Ausschlag für die Inszenierung. Und dass es etwas für Kinder, aber genauso auch für die Erwachsenen bietet: „Das halten wir so, seit wir die Kinderstücke zu Weihnachten herausbringen. Jeder kann aus ihnen etwas ziehen. Für Kinder ist es eine ganz unschuldige Geschichte.“ Die Erwachsenen sähen die Handlung dagegen eher als eine Parabel: „Sie denken natürlich ganz anders darüber nach. Und die Großeltern, die mitkommen, sehen es vielleicht noch einmal anders.“ Für alle gelte aber: „Es soll unterhaltsam sein!“

Premiere: Freitag, 20.11., 20 Uhr; weitere Vorstellungen: 22.11., 18 Uhr; 28.11., 14 und 18 Uhr; Sechseckbau, Westring 385

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