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Schellen und „Schräng!“

Junge Musiker beim Bandcamp im Nordkolleg Schellen und „Schräng!“

Beim Bandcamp des Bundesverbands für Popmusik, das in Zusammenarbeit mit der Kieler Rock & Pop Schule (RPS) und dem Nordkolleg während der Herbstferien aufgeschlagen wird, lernen 36 schleswig-holsteinische Jugendliche zwischen 13 und 18 Jahren (fast) alles darüber, wie man Rock- und Pop-Songs macht – vom ersten Arrangement bis zur Bühnen-Show.

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„Spiel mal das G lieber in der hohen Lage, da kommt es prägnanter“, empfiehlt Dozent Ingo Hassenstein dem jungen Gitarristen Jannis Wahler.

Quelle: Foto: Björn Schaller

Rendsburg. „Perfekt, na ja, fast – aber schon ziemlich cool“, freut sich Gitarren-Dozent Ingo Hassenstein über das gelungene Cover von Rag’n’Bone Mans aktuellem Chart-Hit Human.  Mit dem Bandcamp, das vom Bundesministerium für Forschung und Bildung im Rahmen des Projekts „Kultur macht stark“ finanziert wird, sollen vor allem „sozial schlechter gestellte“ junge Musikerinnen und Musiker gefördert werden, weiß Hörbie Schmidt, Leiter der RPS und des Bandcamps. Neben ihm betreuen Ingo Hassenstein und Manuel Arlt (beide Gitarre), Dimitar Bonev (Bass), Sven Selle (Keyboard), Tillmann Dentler (Drums) und Liane Czuya (Gesang) die jungen Talente in Workshops, Instrumentalunterricht und Band-Training. Aus den 36 Teilnehmern wurden sechs Bands gebildet, die wie nach früheren Bandcamps zum Teil auch nach dem heutigen Abschlusskonzert weiter zusammenarbeiten werden. „Die jungen Musiker im Land zu vernetzen, ist eine unserer wichtigsten Aufgaben beim Bandcamp“, sagt Hassenstein.

 Aber zunächst müssen sie sich zusammenfinden, von einzelnen Musikern mit schon mehr oder noch geringer Erfahrung – „wir haben hier sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene, die schon öfter dabei waren“ – zu einer Band verschmelzen. „Das ist am vorletzten Tag natürlich schon weit fortgeschritten“, urteilt Hassenstein über das Septett, das sich im Konzertsaal im neuen „U“ des Nordkollegs an Human versucht. Nach dem Songtext auf dem Flip-Board schielen die Sängerinnen Runa Salman und Sophie Erdmann nur noch selten, der sitzt bereits. Nur mit den Schellen „auf der Zwei und Vier“ haben die beiden noch leichte rhythmische Probleme.

 „Das Gerüst ist super, aber am Groove würde ich gern noch arbeiten“, meint Hassenstein und gibt zunächst den beiden Gitarristen Jannis Wahler und Lennart Schlicht ein paar einfache, aber groove-wirksame Tipps: „Spiel mal das G lieber in der hohen Lage, da kommt es prägnanter“, empfiehlt er Jannis. Und auch das eingeworfene „Schräng!“ von Lennarts Rhythmusgitarre könnte noch etwas akzentuierter sein. Noch ein Durchgang. Drummer Leon Marx zählt beherzt ein, doch die Sängerinnen hätten gern „etwas mehr Power“ von ihrem Kollegen. „Die müsst ihr aber auch selbst zeigen“, wirft Hassenstein ein und scherzt: „Runa, du bist doch nicht so schwach, dass du dich am Mikro festhalten musst, oder?“. Und nochmal die Schellen, die wie das „Schräng!“ der Rhythmusgitarre nicht nur Beiwerk sind, sondern „noch mehr Power haben müssen. Vor allem die geschüttelten Sechzehntel auf der Zwei, die brauchen wir unbedingt!“

 Geht klar und groovt. Sichtlich und hörbar sind die jungen Musikerinnen und Musiker (und nicht zuletzt der lauschende Beobachter) beeindruckt, mit welchen kleinen Änderungen aus dem bloßen „Gerüst“ ein groovender Song wird.

 www.rockpopschule.de

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