17 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Gefragter Rat

Museumszertifizierung mit neuen Trägern Gefragter Rat

„Entsammeln“, das war ein Schlagwort, als es am Mittwoch um Erfahrungen auf dem Weg zur Museumszertifizierung ging, und um neue Wege, das bewährte Verfahren fortzuführen.

Voriger Artikel
Passgenau auf Augenhöhe
Nächster Artikel
NDR Sinfonieorchester bald "NDR Elbphilharmonie Orchester"

Ministerin Anke Spoorendonk (2.v.li.) überreicht ihren Förderbescheid an die drei Projektträger Guido Froese (Nordkolleg, li.), Monika Peters (VHS-Landesverbandsdirektorin) und Dr. Thorsten Rodiek (Museumsverband).

Quelle: *

Flensburg. Ja, mitunter kann weniger mehr sein – davon konnten die Fachberater den einen oder anderen Museumsleiter schon überzeugen. Und Exponate entsprechend aussondern oder auch „umleiten“. Denn auch eine engere Vernetzung der Museen gehört zu den nachhaltigen Zielen des 2013 ins Leben gerufenen Projektes, bei dem es eben nicht nur um eine neue Plakette geht.

 In der Pilotphase haben bereits 14 Museen im Lande ein Zertifikat erhalten, das ihnen Zukunftsfähigkeit bescheinigt. Weitere stehen in Warteposition: In der dritten Runde geht das Projekt „Museumsberatung und -zertifizierung in Schleswig-Holstein“ nun in neue Trägerschaft über. Bis zum Jahr 2018 will das Kulturministerium das Zukunftsvorhaben mit insgesamt rund 270000 Euro unterstützen. Ministerin Anke Spoorendonk sah gestern im Schifffahrtsmuseum Flensburg große Chancen vor allem für kleine und mittlere Museen: „Die Evaluation des Vorläufer-Projektes hat ergeben, dass es effektiv zur Qualitätssicherung, Professionalisierung, Steigerung der Attraktivität der Dauerausstellung, stärkeren Besucherorientierung und zukunftsfähigen Aufstellung der Museen beiträgt“. Das Projekt mit individueller Beratung und Fortbildungsprogrammen sei ein guter Weg, die vielfältige Museumslandschaft zu erhalten und zu stärken. Wichtige Themen aus der Pilotphase sind nach Beobachtung von Projektleiterin Dagmar Rösner (Rendsburg) neben nicht selten überfüllten Depots die Lagerung und die Inventarisierung. Oft fehlte es auch schlicht an Möglichkeiten, ein Sammlungskonzept zu formulieren.

 Viele Ansätze für die erfahrenen Fachberater Ulrich Schulte-Wülwer (früher Museumsberg Flensburg), Brigitte Heise (früher Behnhaus/Drägerhaus Lübeck) und Rolf Wiese (Freilichtmuseum am Kiekeberg, Landkreis Harburg). Sie übernehmen für jedes teilnehmende Museum – aktuell auch die Stadtgalerie Kiel – einen Beratertag vor Ort. Daneben stehen für bestimmte Inhalte weitere Experten mit Rat und Tat bereit. Und es gibt im Lande Pflicht-Seminare zu den Basisthemen Leitbild/Sammlungskonzept, Dokumentation/Inventarisierung, Pressearbeit/Marketing, Vermittlung/Museumspädagogik, Sponsoring und Präventive Konservierung.

 Mit diesem ausgefeilten Konzept geht nun die Trägerschaft von der Tourismus Agentur Schleswig-Holstein zu den Partnern Landesverband der Volkshochschulen SH, Museumsverband SH/HH und Nordkolleg Rendsburg über. Die Sparkassenstiftung SH fördert das Projekt zusätzlich, um die Wettbewerbsfähigkeit der Museen vom Heimatmuseum Keitum über das Industriemuseum Elmshorn und das Brahms-Haus Heide bis hin zur Museumsberg Flensburg auch in angespannter Haushaltslage zu verbessern. Viele Museen sehen die Chance – zu erkennen an der stattlichen Warteliste.

 www.museumsberatung-sh.de

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3