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25 Jahre Frauenchor Jazzica

Pumpe Kiel 25 Jahre Frauenchor Jazzica

Vor Torte und Tanz auf der Geburtstagsparty erstmal mit größter Hingabe subtile Klanggeflechte von Bobby McFerrin und deutsche Kunstliedklassiker zelebrieren – der Frauenchor Jazzica hat am Sonnabend in der Pumpe Kiel sein 25-jähriges Bestehen so kontrastreich gefeiert, wie man ihn von Auftritten kennt.

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Geburtstagsständchen mit 130 Sängern: Der Frauenchor Jazzica feierte seinen Chorleiter Till Kindschus.

Quelle: Beate König

Kiel. Mit Mr. 1000-Prozent-Euphorie, dem Gründer und Chorleiter Till Kindschus, und dem ChorColores aus Schleswig, wurde der Abend zum Sängerfest unter Freunden.

Chronologisches Nacherzählen der Geschichte des in Kiel als Barbershop-Ensembles gestarteten Chors sparte Kindschus während des einstündigen Best-of-Konzerts ebenso aus, wie launige Anekdoten. Er brachte das Können der rund 40 Damen in vier- bis achtstimmigen Sätzen vor rund 150 Gästen zum Leuchten. Wie aus einem Mund, lebendig, dabei mit extrem fein austarierter Gewichtung jeder Silbe, geriet Jazzica Die Gedanken sind frei im Satz von Oliver Gies modern, erzählerisch. Krasser Gegensatz zur Kunstlied-Eleganz: Der umgangssprachliche Motzton, mit dem der Song Junge von den Ärzten die nötige Ruppigkeit bekam. Für den opulenten Filmtitel Sky Fall wuchs das Klangvolumen zu mondäner Größe, zum glücklichen Moment wurde der Moment, asl sich die quirlig feinnervige Musikalität des Say Ladeo von Bobby McFerrin beim Mitsingen ins Publikum übertrug.

Nach dem großen Finale mit Engel von Rammstein, das 130 Sänger beider Chöre kraftstrotzend in den Saal entließen, erzählten statt Kindschus die Sängerinnen der ersten Stunde Karin Kindschus, Jeanette von Trotta, Karin Rettmeyer und Claudia Leng, die Geschichte der reinen Damenriege auf den Podesten.

Vor Torte und Tanz auf der Geburtstagsparty erstmal mit größter Hingabe subtile Klanggeflechte von Billy McFerrin und deutsche Kunstliedklassiker zelebrieren – der Frauenchor Jazzica hat am Sonnabend in der Pumpe Kiel sein 25-jähriges Bestehen so kontrastreich gefeiert, wie man ihn von Auftritten kennt.

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Soundfarben wurden über Jahre kontinuierlich mit Technik und externen Coaches getunt. Stimmtraining mit Gesangstechniken wie dem bipolaren Singen, bei dem Sänger in Einatmer- und Ausatmer-Typen klassifiziert wurden, war in den 90er en vogue bei bei Pop- und Jazzchören. Aktuell fließt als Methode zur Erzeugung von soften bis knalligen Tonfarben das Voice Coaching in die Arbeit an den für den Chor maßgeschneiderten Arrangements mit ein. Unkonventionelle Spezialrezepte für noch mehr Präzision beim höhengenauen Ansteuern von Tönen: Kindschus teilt die Tonleiter statt in die 13 bekannten Halbtonschritte in 26 Töne. Für einen einheitlichen Swing beim Auftritt werden Choreographie-Elemente trainiert. Das reicht vom geordneten Schnipsen und über Wippen im Hackenschleifer-Modus bis zum „rhythmischen ’Rumstehen“, ein Begriff, den der Kieler Dirigent erfand.

Das Konzert zeigte: Die Magie der Gründungszeit entfacht Kindschus bis heute immer wieder, wenn er mit großer Geste dirigierend den Klang formt, der Jazzica Preise bei Bundeschorwettbewerben und Auftritte im öffentlich-rechtlichen Fernsehen einbrachte.

Eigentlich wollte der Gründervater nach 25 Jahren seine Tochter als Nachfolgerin ans Pult holen. Es kam anders. Kindschus neu formuliertes Fernziel ist ein fein verpackter Daueransporn für sein Ensemble: „Ich will weitermachen, so lange der Chor noch besser wird.“

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