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Siegreich mit schokosexuellem Slam-Text

Pumpe in Kiel Siegreich mit schokosexuellem Slam-Text

Schauspiel, Songs, Texte und Improvisation zwischen Comedy und Drama: Die Kiel-Premiere des Bühnenformats „Kunst gegen Bares“ im Roten Salon der Pumpe hatte einiges zu bieten, doch die Resonanz war dürftig.

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Erfahrener Poetry-Slammer: Lennart Hamann aus Hamburg.

Quelle: Kai-Peter Boysen

Kiel. So sieht sich Moderator Quinn Christiansen nur etwa 20 Zuschauern gegenüber, als er die Regeln erklärt: Sieben Künstler treten auf, jeder hat acht Minuten Bühnenzeit und für jeden steht ein namentlich beschriftetes Sparschwein auf der Bühne. Nach allen Darbietungen kommen die Gäste nach vorn und werfen Geld ins Schwein des Künstlers, der ihnen am besten gefallen hat und kürt so das „Kapitalistenschwein des Abends“.

 Als erster geht Jan Abraham ins Titelrennen und damit ans Keyboard. In Seelsorge erteilt er zu vier sehr genießbaren Akkorden ein wenig Lebenshilfe zwischen Klavier-Kabarett und Popsong. Ihm folgt mit Lennart Hamann aus Hamburg ein erfahrener Poetry-Slammer, der sich in seiner süßen Hommage als „schokosexuell“ outet, der Schokolade nicht nur mag, sondern sich vor Schoko-Lust verzehrt. Ähnliche Leidenschaft versprüht anschließend Stina Krage, die ausdrucksstark als „Anna“ aus Bernard-Marie Koltès` Stück Sallinger in einem packenden Monolog den Tod des „Rotfuchs“ betrauert. „Wow!“, entfährt es Moderator Christiansen.

 Standup-Comedian Marvin Spencer überzeugt anschließend mit selbstironischen Gags und einer schönen Lösung des Nahost-Konflikts durch seine Oma aus Gelsenkirchen. Sehr amüsant ist die Power-Point-Präsentation von Franziska Dreibach, die zwar genauso wenig über „Thermodynamics in a polymer chain“ weiß wie das Publikum, aber dennoch aberwitzige Thesen aufstellt. „Power-Point-Karaoke“ nennt sich dieses Impro-Format.

 Es folgt Björn Katzur mit drei Blödelsongs, von denen insbesondere Die Lösung als gelungener Vernichtungsfeldzug gegen nervige Produkte der Schöpfung in Erinnerung bleibt. Laura Funke setzt abschließend mit einer Szene aus Dario Fos Nur Kinder, Küche, Kirche ein weiteres schauspielerisches Ausrufezeichen.

 „Kapitalistenschwein des Abends“ in einer schlecht besuchten, aber gut besetzten „Kunst-gegen-Bares“-Show wird Lennart Hamann.

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