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Jazz für die Augen

Gerisch Stiftung Jazz für die Augen

Schallplatten sind Schätze, welcher Musikfreund wüste das nicht. Rainer Haarmann hat dafür gesorgt, dass manche dieser Schätze noch ein wenig wertvoller werden. Den Weg vom Cover zur Edition und noch viel mehr zeigt die Gerisch-Stiftung in der Ausstellung "Für Augen & Ohren", die am 13. März eröffnet wird.

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Zwischen Fremde und Heimat

Rainer Haarmann in der Gerisch Stiftung Neumünster

Quelle: bos: Björn Schaller

Neumünster. 2011 gründete der Kunstsammler und langjährige Leiter der Jazz Baltica (1999 – 2011) ein Vinyl-Plattenlabel, das bildende Kunst und Musik zusammenbringt. Unter dem Namen Edition Longplay sind bisher 15 Schallplatten nebst Editionen erschienen, aktuelle Aufnahmen von Jazzvirtuosen, die durch ihre kunstvolle „Verpackung“ zum Gesamtkunstwerk wurden. Den Weg vom Cover zur Edition und noch viel mehr zeigt die Gerisch-Stiftung in der Ausstellung Für Augen & Ohren, die morgen eröffnet wird.

 Die Chronologie der Edition Longplay von 2011 bis zur aktuellen Produktion wird in der Galerie vorgestellt – stimmungsvoll untermalt mit musikalischen Ausschnitten. Genau so hatte es sich der Sammler und Label-Gründer vorgestellt, als er dem Ehepaar Gerisch seine Idee von der Ausstellung unterbreitete. Doch dabei ist es nicht geblieben. „Ein Besuch im Hause Haarmann reichte aus, um den Plan zu erweitern“, so der künstlerische Leiter der Stiftung Claus Friede. Er hat ein stattliches Konvolut an Gemälden und Grafiken aus Haarmanns Sammlung nach Neumünster gebracht, Arbeiten der in die Edition involvierten Künstler, die jetzt zusätzlich die Villa Wachholtz füllen. „Wir wollen damit zeigen, dass die Künstler ihrem Stil treu bleiben und sich nicht verbiegen lassen, wenn sie ein Plattencover gestalten.“

 Die Auswahl, die auch ein paar Leihgaben beinhaltet, kann sich sehen lassen: Da gibt es Zeichenhaftes von Elsbeth Arlt und gegenständliche Abstraktion von Max Neumann, Erzählerisches von Kerstin Kartscher oder märchenhaft verträumtes von Rosilene Luduvico. Unverkennbar ist die Handschrift der Berlinerin Gabriele Worgitzki. Ihr Cover für Jonathan Kreisbergs „One“ , zu sehen in der Galerie, ziert ein schemenhaftes Porträt des Musikers in zarter Aquarelltechnik. In der Villa hat sie in ähnlich luftigem Gestus eine Frauenfigur direkt auf die Wand gemalt. „Gabriele Worgitzki gehört zu den Künstlerinnen, die zu Unrecht kaum bekannt ist“, sagt Rainer Haarmann, beim Rundgang sichtlich in seinem Element.

 Mit seinem Anliegen, Musikinteressierte an die Kunst heranzuführen, ist es ihm ernst. „Werfen Sie die Platte weg, dann haben Sie einen tollen Kunstdruck“, rät er scherzhaft jenen Menschen mit CD-Player. Ein bis zwei Platten, deren Cover dank einer speziellen Haptik an Originaldrucke erinnern, produziert der 73-Jährige im Jahr, die Verbindung zwischen den Künstlern und den Musikern stellt er in der Regel selbst her. Die Edition Longplay erscheint in einer Auflage von 500 Exemplaren. „Diese Vorgabe wird streng eingehalten. Was vergriffen ist, wird nicht nachgedruckt“.

 Brachenfelder Str. 69 Eröffnung 13. März, 12 Uhr. Bis 29. Mai. Mi-So 11-18 Uhr. (April – Sept. Sa + So 11-19 Uhr) Katalogbuch 28 Euro. Info unter www.gerisch-stiftung.de

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