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Musikalische Kilt-Offensive

Red Hot Chilli Pipers im Max Musikalische Kilt-Offensive

Wenn acht Schotten jede Menge Alarm auf der Bühne fabrizieren, Dudelsäcke einen Einklang zur Rockmusik herstellen und damit für ein prickelndes Crossover sorgen, dann schlägt mal wieder unverkennbar die Stunde der Red Hot Chilli Pipers.

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Starke Show, starke Männer: Die Red Hot Chilli Pipers machten im Max Laune.

Quelle: bos: Björn Schaller

Kiel. Im mittelprächtig gefüllten Kieler Max beteiligt sich das Publikum immer wieder am von den Herren im Kilt eingeforderten kollektiven Mitklatschen. Eine durchgehend kurzweilige Show besten Celtic Rocks endet am Sonntagabend erst nach zwei Zugaben.

Unter den Besuchern ist eine stattliche Anzahl eingefleischter Fans, das vermitteln die zahlreichen Träger von RHCP-T-Shirts. Der zweiteilige Auftritt bewegt sich zwischen dem AC/DC-Cover It’s A Long Way To The Top als Opener und dem schottischen Folk-Klassiker Auld Lang Syne als abschließende Nummer. Und der Schottenrock (Sound) im Schottenrock (Outfit) geht nicht nur ins Ohr und rhythmisch in die Beine, übermittelt wird mit ihm auch eine flotte Choreografie und somit etwas fürs Auge. Immer wieder wechseln dafür die drei Bag-Piper ihre Position, bauen eine andere Formation auf und stellen sich dem Gitarristen Michael Berlich oder dem Bassisten Alan McGeoch zum musikalischen Kurz-Duell. Zwischen das Quintett an der Bühnenfront mischt sich zudem ab und an noch Grant Cassidy mit seiner Marching-Snare als perkussiver Einpeitscher. Und die Männer um den Chief-Piper Kevin MacDonald lassen es mit ihren Cover-Titeln in bekannter Manier ordentlich krachen. Was The White Stripes bei Seven Nation Army als Duo fulminant klingen lassen, bekommt erst recht zu acht von den RHCP noch einmal zusätzlich Pep und Power eingeflößt. Der Titel ist auch auf dem in diesem Jahr erschienenen Album der Band namens Octane zu finden, aus dem sie in Kiel ebenfalls Fat Bottomed Girls, im Original von Queen, auf die Bühne bringt.

Zum Repertoire gehört außerdem Don’t Stop Believing von Journey. Doch das Oktett unter dem Banner des Bagrock beherrscht auch die sanfteren und einfühlsameren Töne, wenn es zum Beispiel seine Versionen von Chasing Cars (Snow Patrol) oder Fix You (Cold Play) zum Besten gibt. Und auch Funk- und Soulfreunde werden bedient, wenn die schottische Groove-Offensive allen voran mit Keyboarder Gary O’Hagen sich des weltweiten Dance-Hits Gonna Make You Sweat (C+C Music Factory) annimmt.

Das eindeutige Alleinstellungsmerkmal der Band, die in diesem Jahr bereits die Metal-Szene beim Wacken Open Air in Ekstase versetzte, bleiben jedoch die Sackpfeifen, die ganz und gar auf Rock getrimmt sind und dessen gängigem Sound damit ein ganz besonderes Brandzeichen aufdrücken. MacDonald erhält dabei tatkräftige Unterstützung durch Harry Richards und Dougie McCance. Einer der Höhepunkte ist die extravagante Drum-Show zwischen Cassidy und Schlagzeuger Steven Black, die gegenseitig um die Sympathie der Zuschauer buhlen und sich dabei mit ihren Drumsticks sogar eine rasante Fechteinlage liefern.

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