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Perlen fischen auf dem Kiez

Reeperbahn Festival Hamburg Perlen fischen auf dem Kiez

Am Mittwoch startet die elfte Auflage des Hamburger Reeperbahn Festivals, und es wartet mit einem Novum auf. Zum Finale am Sonnabend wird zum ersten Mal der „Anchor“-Award vergeben, ein internationaler Musikpreis für Nachwuchskünstler.

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Der Berliner Musiker, DJ und Produzent Kid Simius bei der Arbeit in der pittoresken Prinzenbar.

Quelle: Heiko Sehrsam; Reeperbahn Festival

Hamburg. Zu Europas größtem Clubfestival in mehr als 70 Konzertsälen, Clubs, Bars, Kneipen und auch Kirchen reisen 460 Bands und Solisten aus 40 Nationen an. 40000 Besucher werden erwartet, ein Zehntel davon Fachgäste.

Um den „Anchor“, entworfen vom Hamburger Designer Peter Schmidt, wetteifern während des Festivals auf den Bühnen acht Newcomer: Holly Macve, Olivia Sebastianelli und die Band Shame, allesamt aus Großbritannien, Albin Lee Meldau (Schweden), Connor Youngblood (USA), Konni Kass Holly (Färöer), der australische Wahlberliner Parcels und die Kölner Elektro-Pop-Band Woman. Am Sonnabend wird die Trophäe verliehen, den Sieger kürt eine Jury. Die ist namhaft besetzt, besteht aus dem langjährigen David-Bowie-Produzenten Tony Visconti, den prominenten Sängerinnen Emilia Torrini, Anna Ternheim und Y’akoto, MTV-Moderator Ray Cokes und James Minor, Head of Music des Festivals South by Southwest im texanischen Austin, das den Organisatoren des Reeperbahn-Festivals einst als Inspirationsquelle diente. „Ich suche nach Originalität“, sagte Tony Visconti im Vorfeld, „und natürlich auch nach dem überragenden Talent.“ Und die Hamburger Soul-Sängerin Y’akoto schwärmte: „Die acht Nominees sind unglaublich vielversprechend. Es wird nicht leicht, das beste Talent zu küren.“

Der neue Award passt zu dem Ansatz der Organisatoren, neben etablierten Künstlern auch junge Talente zu präsentieren. Spätere Stars wie Bon Iver, Ed Sheeran, Jake Bugg, Andreas Bourani oder Philip Poisel traten beim Reeperbahn-Festival auf, bevor sie ihren künstlerischen Durchbruch erlebten. Festival-Chef Alex Schulz erhofft sich vom „Anchor“ ein internationales Gütesiegel und eine alljährliche Orientierungshilfe für Fans und Musikwirtschaft. Und bemüht große Vergleiche: Für die Musik solle der „Anchor“ das werden, „was die Goldene Palme in Cannes für den Film ist. Ein Prädikat, das bei Publikum, Wirtschaft und Künstlern gleichermaßen renommiert ist“.

Breite stilistische Aufstellung

Stilistisch ist die Palette beim Festival wie gewohnt breit, speist sich von Indie, Rock, Pop, Hip-Hop, Soul, Elektro bis zu Singer-Songwriter und Folk. Aus Deutschland sind mit von der Partie die vielversprechende Kölner Pop-Band Golf, das Musikprojekt Get Well Soon um Frontmann Konstantin Gropper, das Soul-Pop-Duo Malky, Soul-Sängerin Joy Denalane, Goth-Popper Drangsal oder das Frauen-Duo Boy, das in Hamburgs berühmtester Kirche – dem Michel – auftreten wird. Sänger Clueso präsentiert eine spezielle Ausstellung. Zu den zehn Titeln seines Mitte Oktober erscheinenden Albums Neuanfang haben zehn Künstler visuelle Arbeiten geschaffen, die auf dem Spielbudenplatz ausgestellt werden. Mittels einer App kann der Betrachter bei jedem Bild den passenden Song auf dem Smartphone abgespielen.

Unter den internationalen Acts sticht Prominenz wie Pete Doherty (Ex-Libertines, Ex-Babyshambles), US-R’n’B-Star Craig David, US-Singer-Songwriterin Laura Gibson oder die irische Indie-Folk-Band Villagers hervor. Der Länderschwerpunkt bestücken diesmal die Niederlande, wo eine vitale Kulturszene brodelt. Blaudzun, De Straat oder Bombay sind auch international populäre Acts. Auf dem Festival präsentieren sich sieben Newcomer aus dem 16-Millionen-Einwohner-Staat auf der „Dutch Impact Party“ im Molotow.

Nicht nur musikalische Unterhaltung

Einen Schwerpunkt bildet wieder die Bildende Kunst: spontane Installationen auf dem Platz vor dem Mojo Club, ein „Caravan Square“ mit fünf Wohnwagen als mobile Galerie und Performance-Ort auf dem Spielbudenplatz, unter den 50 Themen finden sich auch Literatur und Film. 230 Programmpunkte drehen sich um Themen der Kreativ- und Digitalbranche, darunter die Premiere von „binge.watch“, dem europaweit ersten Kreativ-Festival für Virtual Reality, Mixed Reality und Sphärisches Video. Angeboten werden ebenso etliche Sessions, Netzwerk-Treffen und Meetings zu den Themen Tantiemen und Nutzungsrechte, Autobranding oder interaktive Klangidentitäten.

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