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Tanzender Protest für mehr Menschlichkeit

Konzert in der Pumpe Tanzender Protest für mehr Menschlichkeit

2012 gegründet ist Reggaedemmi noch eine relativ junge Band aus Hamburg, deren Name Programm ist. Für die Tanzwütigen im gut besuchten Saal der Kieler Pumpe sind sie mehr als nur Warm-up.

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Doctor Krapula trat in der Pumpe in Kiel auf.

Quelle: Gustavo Martinez

Kiel. Das neunköpfige Kollektiv legt immensen Wert auf die Tanzbarkeit wenn sie die Grenzen von Roots-Reggae und Uptempo-Ska verschwimmen lassen. Der zurückgelehnte Sound sorgt für einen Heidenspaß vor der Bühne, nur in den Texten wird es ernst. In Wir Sind Dabei singt Sänger Basse mit rau-kratziger Stimme von Revolution, vom Aufbegehren gegen Konventionen oder globaler Freiheit.

Die Hoffnung und der Glaube an das Gute transportieren Reggaedemmi in ihrer Musik mit einem geordneten (Instrumenten-)Chaos auf lässige Weise und werden mit viel Jubel verabschiedet. Dann wird es allerdings giftiger auf der Bühne. Das Bandlogo der Kolumbianer von Doctor Krapula im Hintergrund sagt schon einiges aus. Das Antlitz einer Reißzähne zeigenden Raubkatze.

Genauso bissig und zupackend geht es der Mestizo-Fünfer aus Bogota ebenfalls an. "Energy arriva“, ruft Sänger Mario Munoz, bevor die Band mit der druckvoll verspielten Melodie von Solo Soy einsetzt. Der Refrain mutet hymnisch an und beim folgenden Amanece ist die Botschaft klar.

Vehement mehr Liebe fordern Doctor Krapula im Einklang mit dem Publikumschor. Schon jetzt ist es ein tanzender Protest für mehr Menschlichkeit auf der Welt. Vor allem aber auch weil die Musik der Band von zahlreichen Richtungen wie Rock, Pop, Ska und Punk infiltriert ist. Sicher ein Ergebnis des Endlos-Tourens. Nur wer viel sieht und offen ist für neues der kann auch viel wiedergeben. Und die Tanzroute ist noch lang.

Mit Locomotora stellen sie mal eben die Rockwand auf und Munoz lobt anschließend das bewegungsfreudige Publikum: „Perfecto, wunderbar, buena vista!“ Trotz der politischen Statements in den Songs scheint auch immer die südamerikanische Sonne durch. Wie ein heißer Nachmittag auf der Veranda. Lieber im Schatten bleiben. Abends ist Party und die dauert noch eine tanzende Weile.

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