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Landestheater: Keine weiteren Kündigungen

Rendsburg Landestheater: Keine weiteren Kündigungen

Die Frist ist abgelaufen, die Ausgangslage ist nun klar: Beim Landestheater ist es bei den zwei Kündigungen der Gesellschafter Kreis Dithmarschen und Kreis Schleswig-Flensburg geblieben, die Mitte 2019 wirksam werden.

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Aufsichtsratschef Pierre Gilgenast (r.) sieht noch dringenden Gesprächsbedarf.

Quelle: Malte Kühl (Archiv)

Rendsburg. Aufsichtsratschef Pierre Gilgenast sieht in diesen beiden Fällen noch dringenden Gesprächsbedarf, freut sich auf der anderen Seite aber auch über das klare Bekenntnis der anderen Gesellschafter zum Landestheater. Das gelte auch für den von externen Gutachtern erarbeiteten Strukturprozess zur Zukunftssicherung. Dieser Prozess solle jetzt beherzt angegangen werden, bekräftigte Gilgenast. Und trotz der neuen Austritts-Probleme werde auch die Etablierung einer neuen Kinder- und Jugendtheatersparte weiter geprüft, die von den Gesellschaftern Ende Juni ausdrücklich begrüßt worden war.

 In einem Brief an die Mitglieder der Gesellschafterversammlung und des Aufsichtsrates betonte der Aufsichtsratsvorsitzende jetzt erneut, dass „die Kündigung der beiden Kreise keine Nachschusspflicht der weiteren Gesellschafter auslöst“. Er machte auch deutlich, dass er auf eine Rückkehr des Kreises Schleswig-Flensburg zu neuen Konditionen setzt. Man werde in den nächsten Monaten entsprechende Gespräche führen. „Unser Ziel wird dabei sein, das langbewährte Konzept der Landestheater GmbH zu wahren und eine Lösung für den dauerhaften Fortbestand, gegebenenfalls auch unter geänderten Rahmenbedingungen, zu finden. Dazu haben wir mit den Beschlüssen der Gesellschafterversammlung auch eine solide Grundlage geschaffen.“

 Zu klären wird dann auch sein, wie Heide und Meldorf nach 2019 bespielt werden, wenn der Kreis seiner Ausgleichsfunktion ab 2019 nicht mehr nachkommt. Bürgermeister Ulf Stecher verhehlte seinen Ärger über diesen „unsolidarischen Beschluss gegen seine beiden großen Städte“ gestern nicht. Heide und Meldorf wollen unstrittig Gesellschafter bleiben und zahlen dafür jährlich Beiträge von 76000 bzw. 38000 Euro, der Kreis will seine 180000 Euro einsparen und seine Kulturmittel neu verteilen. Wie, das klinge bislang noch sehr unkonkret, beklagte Stecher.

 Im Kreis Steinburg bekannte sich der Hauptausschuss kurz vor Ablauf der Kündigungsfrist erneut zum Verbleib in der Landestheater-Gesellschaft. Damit vertritt die CDU-Mehrheit hier eine andere Linie als ihre Parteifreunde im Kreis Dithmarschen und im Kreis Nordfriesland.

 Kulturministerin Anke Spoorendonk hofft weiterhin auf eine Verständigung und bot erneut ihre konstruktive Beteiligung an. Sie warnte, auch wenn die aktuelle Lage betriebswirtschaftlich beherrschbar sei, wäre es „politisch schwierig, das so einfach stehenzulassen“, wenn Kreise aus dem Verbund ausscherten.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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Eine gewisse Unruhe scheint beim Landestheater systemimmanent. Drohende Insolvenz, Einsturzgefahr, politisch vertane Chancen... All das hat die Landestheater GmbH in den letzten Jahren unter Generalintendant Peter Grisebach souverän überstanden, um jetzt mit gutachterlichem Segen und gesellschafterlicher Eintracht einen neu justierten Weg in die Zukunft einzuschlagen.

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