21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Landestheater hat Zukunft

Rendsburg Landestheater hat Zukunft

Das Schleswig-Holsteinische Landestheater kann sich mit vollem Rückhalt seiner Gesellschafter für die Zukunft aufstellen. In einem Jahr soll Rendsburg Firmensitz sowie alleiniger Produktionsort für das Schauspiel sein.

Voriger Artikel
Kunsthalle startet Provenienzforschung
Nächster Artikel
Star-DJ David Guetta bringt Tausende in Hamburg zum Tanzen

Das Rendsburger Stadttheater (rechts) und die Kaiserliche Post als möglicher neuer Sitz der Intendanz liegen nur wenige Meter voneinander entfernt.

Quelle: Wolfgang Mahnkopf

Rendsburg. Zudem wird die zügige Einrichtung einer eigenständigen Kinder- und Jugendtheatersparte mit gut 800000 Euro jährlichen Mehrkosten geprüft, wie es die unabhängigen Gutachter der Firma Actori (München) empfohlen haben, um Attraktivität und Akzeptanz des Theaters zu stärken. Hier ist Itzehoe als Standort im Gespräch.

 „Wir haben erreicht, was wir erreichen konnten“, zeigte sich Aufsichtsratsvorsitzender Pierre Gilgenast, zugleich Bürgermeister in Rendsburg, nach der dreieinhalbstündigen Gesellschafterversammlung am Freitagabend spürbar zufrieden. Und hieß das Theater mit rund 80 Arbeitsplätzen herzlich willkommen: Als neuer zentraler Ort wird die Stadt ihren jährlichen Gesellschafterbeitrag um 100000 auf künftig 600000 Euro erhöhen. Ein Verwaltungsgebäude steht mit der Kaiserlichen Post gleich neben dem Theater zur Verfügung, und auch für eine Probebühne habe man schon Objekte im Blick, versicherte Gilgenast. Schleswig nimmt in der Gesellschaft künftig eine andere Rolle ein, hält mit dem Slesvighus aber verlässlich weiterhin eine Spielstätte vor – ein entscheidendes Signal für die Zustimmung aller Gesellschafter zum Zukunftskonzept, das mit seinen strukturellen Veränderungen bis ins Jahr 2026 weist.

 Aber, auch das wurde am Freitag deutlich, man hat noch nicht alles erreicht. Denn zwei Gesellschafter, die Kreise Dithmarschen und Nordfriesland, enthielten sich der Stimme. Hier liegen noch keine Kreistagsbeschlüsse vor, in der Landestheater-GmbH zu bleiben. Gilgenast wie auch Generalintendant und Geschäftsführer Peter Grisebach appellierten eindringlich an die Kreistage, sich für den Verbleib auszusprechen. Sonst würde das bereits für den Ausfall Schleswigs entwickelte Worst-Case-Szenario mit schmerzhaften Einschnitten auch beim Personal plötzlich doch wieder aktuell. Vor allem geriete die Grundidee des einmaligen Theatermodells, die kulturelle Flächenbespielung, in Gefahr. „Wir sind ein Landes- und kein Städtebundtheater,“ betonte Grisebach. Es wäre fatal, bräche nach dem zermürbenden Diskussionen in Schleswig nun die Westküste weg – „also bitte bleibt an Bord!“.

 In eine ähnliche Kerbe schlug auch Kulturministerin Anke Spoorendonk. Sie freute sich über die richtungsweisenden Beschlüsse als wichtiges kulturpolitisches Signal. Nachdem Schleswig eine Lösung gefunden habe, sollte der Fortbestand des Landestheaters nun nicht an anderer Stelle aufs Spiel gesetzt werden: „Denn es werden alle Partner gebraucht, um weiterhin erfolgreich wirken zu können“, betonte die Ministerin.

 In Sicherheit wiegen kann man sich in der GmbH trotz des großen Vertrauensbeweises also immer noch nicht. Bis Ende Juli sind Kündigungen möglich, die dann 2019 wirksam würden. In Dithmarschen etwa wurde erst am Vortag ein Ausstiegsantrag von CDU, Wählergemeinschaft und FDP auf eine Sondersitzung Mitte Juli vertagt. Aber „das heute beschlossene Tableau greift unbedingt“, bekräftigte Gilgenast. Er warnte davor, bei diesem Thema rein finanzpolitische Beweggründe ins Feld zu führen. Schließlich gelte es, ein bundesweit beachtetes Erfolgsmodell zu sichern – das mit einer neuen, betont mobilen Kinder- und Jugendtheatersparte seine Präsenz im ländlichen Raum noch weiter untermauern könne.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3