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Ein völlig neu arrangiertes Best-of

Revolverheld am 1. April in Kiel Ein völlig neu arrangiertes Best-of

Als eine Art Ritterschlag empfanden es Revolverheld, bei der Reihe „MTV Unplugged“ mitwirken zu dürfen. Mit einer Tourversion des Konzerts kommt das Hamburger Rockquartett am Freitag, 1. April, auch in die Kieler Sparkassen-Arena. Wir sprachen mit Sänger und Gitarrist Kristoffer Hünecke über die Erfahrungen der Band mit dem Konzert-Format.

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Bringen viele Gäste mit nach Kiel: Revolverheld mit Kristoffer Hünecke, Johannes Strate, Niels Grötsch und Jakob Sinn.

Quelle: Benedikt Schnermann

Kiel.  Von wem stammt die Idee mit den drei Akten und der schauspielerischen Rahmenhandlung?

 Kristoffer Hünecke: Das ist auf unser aller Mist gewachsen. Als wir die Anfrage bekommen haben, ob wir ein MTV Unplugged machen wollen, haben wir sehr schnell zugesagt, weil das ein Jugendtraum von uns allen war. Dann hat es relativ lange gedauert, ein Konzept zu planen, weil wir etwas Besonderes machen wollten. Wir sind in den 90ern aufgewachsen mit den ganzen MTV Unplugged, die klein sind – Nirvana, Pearl Jam – und Wohnzimmer-Atmosphäre versprühen, finden aber die neuen Aufzeichnungen auch super, mit Grönemeyer und Orchester und groß, groß. Wir haben nach einem Konzept gesucht, in dem beides vereinbar ist. Dann sind wir drauf gekommen, dass wir ein Theater machen und die Bühne immer größer werden lassen.

 

  Wie groß war denn die Ehrfurcht bei MTV-Unplugged-Vorgängern wie Nirvana, Eric Clapton oder Pearl Jam?

 Für uns ist es eine riesengroße Ehre. Die Aufzeichnungen mit Pearl Jam, Alice in Chains, Stone Temple Pilots sind ein Grund gewesen, warum wir angefangen haben, in Schulbands zu spielen. Klar wird es viele Leute geben, die sagen, MTV ist heute nichts mehr wert und MTV Unplugged ist jetzt inflationär. Aber das Format ist noch immer eine gute Idee, Songs downzustrippen.

 

 Bei Eurem MTV-Unplugged-Konzertmitschnitt habt Ihr prominente Gäste wir Rea Garvey, Annett Louisan, Johannes Oerding, Mark Forster oder Das Bo. Auf wen dürfen wir uns in Kiel freuen?

 In Kiel haben wir relativ viele dabei, weil ein paar von denen in Hamburg wohnen. Kiel hat auch das Glück, dass es der letzte Gig ist auf der Hälfte der Tour; wir haben danach erst mal Urlaub und daher Zeit zum Feiern. Es wird in Kiel auf jeden Fall mehr Gäste geben als sonst, ich darf aber natürlich noch nicht verraten, wer kommt.

 

 In Köln sollt Ihr 120 Minuten gespielt haben, in Leipzig sollen es sogar 140 gewesen sein. Ist das dem Unplugged-Format geschuldet?

 Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, wirklich dieses MTV Unplugged in drei Akten, wie wir es gespielt haben, auch auf die Bühne zu bringen. Das ist halt so lang. Ich glaube, 140 Minuten haben wir vorher noch nie gespielt auf einer Tour.

 

 Gab es bei Euch früher schon Akustik-Sets?

 Wir haben immer schon mal ein Unplugged-Break gemacht. Unsere Songs werden meist mit Akustik-Gitarre geschrieben. Deswegen funktionieren sie im akustischen Gewand.

 

 Wie groß war die Herausforderung, ein rein akustisches Konzert zu arrangieren?

 Die größte Herausforderung war eigentlich, Songs, die teils schon vor 14, 15 Jahren geschrieben wurden, so hinzukriegen, dass man sich selber nicht langweilt und dass sie in 2016 übersetzt werden. Ein völlig neu arrangiertes Best-of.

 Ist es schwer, den Spannungsbogen zu halten, obwohl der Laut-Leise-Wechsel fehlt?

 Da hast Du recht, da hatten wir Angst vor, dass das nicht so gut funktioniert. Wir wurden aber direkt beim Tourauftakt in Bremen eines Besseren belehrt, weil auf der Bühne ständig was passiert und die Songs so dynamisch arrangiert sind. Musikalisch ist das unsere vielschichtigste Tour – allein schon, weil wir am Schluss fast 20 Musiker auf der Bühne sind.

 

 Euer Lead-Sänger Johannes Strate hat seine Grippe auskuriert. Seid Ihr anderen so fit, dass Ihr entspannt weitertouren könnt?

 Es ist ein doofer Zeitpunkt zum Touren. Wenn es einer im Nightliner hat, dann haben es alle. Ich bin auch ein bisschen krank, wie Du hörst. Aber es geht ja immer, ich stand schon mit 39 Fieber auf der Bühne.

 Die Scorpions mussten gerade wegen Klaus Meines Virusinfekts ihr Hamburger Konzert nach einer halben Stunde abbrechen und den Rest der Tour absagen.

 Wir kennen Klaus ja so ein bisschen, weil Johannes beim MTV-Unplugged der Scorpions ja auch gefeaturet hat – bei „Rock You Like A Hurricane“, geiler Song – und Klaus hat ihm geschrieben, dass er das Konzert abbrechen musste und dass wir auf uns aufpassen sollen während der Tour. Das ist so ziemlich das Schlimmste, was einem Sänger passieren kann, dass er keinen Ton mehr rauskriegt. Aber da kannste nix machen.

 

 Revolverheld, „MTV Unplugged in drei Akten – Live“, Freitag, 1. April, 20 Uhr, Sparkassen-Arena-Kiel

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