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Ulrich Tukur aus der Spur

Rhythmus Boys ganz anders Ulrich Tukur aus der Spur

Eigentlich kennt man Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys so: schwarzer Anzug, Fliege, gestriegeltes Haar. Reifere, seriöse Herren eben. Und nun das! Da zwängen sich die perfekten Gentlemen plötzlich ins quietschrosa Négligé, nur um wenig später als Elektropopper à la „Kraftwerk“ aufzuspielen.

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Außer Rand und Band: Ulrich Tukur und ein Rhythmus-Boy.

Quelle: Axel Nickolaus

Heide. Heide. Wer ewig so gesittet daherkommt, der will sich auch mal heillos daneben benehmen. Die vierköpfige Band hat sich ihr Programm Let’s Misbehave, mit dem sie beim SHMF vor ausverkauften Rängen in Flensburg, Wotersen und Heide gastierte, zu Herzen genommen und fällt vor amüsiertem Publikum aus der Rolle. Dabei verlässt sie im 20. Jahr ihres Bestehens erstmals ihr deutschsprachiges Repertoire und wildert im amerikanischen Liedgut unsterblicher Jazz- und Unterhaltungsmusik-Klassiker der 1920er, 1930er und 1940er Jahre.

Zwischen den Stücken fabriziert der singende Schauspieler Tukur geistreichen Slapstick in englisch, französisch, hessisch und sächsisch, fasst mal eben die Biografien seiner Säulenheiligen George Gershwin, Irving Berlin und Cole Porter in ein paar Halbsätzen zusammen, verliert sich in zotigen Herrenwitzen. Das Ganze zündet, weil Bassist Günter Märtens, Gitarrist Ulrich Mayer, Schlagzeuger Kalle Mews und Tukur ein präzises Gespür für den richtigen Moment haben; selbst die gar nicht so seltenen Hänger gleichen sie äußerst witzig aus.

Von Andreas Guballa

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