16 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Von Freiheit und Globalisierung

Rio Adore Von Freiheit und Globalisierung

Ganz schön verschachtelt ist der Gedankengang, der hinter der Ausstellung „Rio Adore“ von Nina Reble und Simon Reich bei Prima Kunst steht. Wer bei dem Titel an Sommer und Strand denkt, ist schon mal ’reingefallen, denn im Container steht nur ein blauer VW-Bus.

Voriger Artikel
Dem Moment so nah wie möglich
Nächster Artikel
Erster Spatenstich für Museumsdepot

Bus im Container und Bus als Container: Nina Reble und Simon Reich mit ihrer Installation „Rio Adore“.

Quelle: ehr - Marco Ehrhardt

Kiel. Was man nicht sieht ist, dass der Transporter einst zum Fuhrpark der Deutschen Post gehörte und nun indirekt auf dem Parkplatz steht, der von eben dieser Post genutzt wird. Doch das ist eigentlich nur ein schöner Nebeneffekt.

 Wer sich den Bus genau anschaut, dem wird das Stromkabel auffallen, das von der Heckklappe zu einer Steckdose führt. Wofür der Strom gebraucht wird, wird beim Herumgehen um das Gefährt deutlich. In den Seitenspiegeln blitzt eine helle Reflexion auf, die sich beim Blick durch die Heckscheibe als Miniatur der Ausstellungssituation entpuppt. Das heißt: Im Bus steht sein kleiner blauer Zwilling, der ebenfalls in einem Container parkt. „Die Ausstellungsfläche wird so zum Teil der Installation. Dabei wird auch der Bus zum Container, weil er die Miniatur beherbergt“, erklärt Simon Reich die recht verkopfte Verschachtelung von Objekt und Raum. „Dabei sind beide Objekte extrem symbolisch aufgeladen: Der Container steht für Globalisierung, der VW-Bus für Freiheit, Reisen und Lifestyle.“ Okay.

 Dass diese Erkenntnis sich nur ganz neugierigen Besuchern wirklich offenbart, ist den Künstlern recht, die beide ihren Bachelorabschluss an der Muthesius Kunsthochschule absolviert und danach in Köln (Nina) und Leipzig (Simon) ihr Masterstudium aufgenommen haben. Der Spitzname Rio, den sie ihrem geliebten Bus gegeben hat, ist im Zusammenspiel mit dessen Kennzeichen übrigens verantwortlich für den Titel der Schau.

 Stadtgalerie Kiel, Andreas-Gayk-Str. 31. Eröffnung Freitag, 19 Uhr. Bis 28. Februar. Di, Mi, Fr 10-17 Uhr, Do 10 -19 Uhr, Sa+So 11-17 Uhr

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3