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Vier Kontinente bilden einen Klang

Internationale Chorakademie Lübeck Vier Kontinente bilden einen Klang

Seit 14 Jahren ist Rolf Becks Internationale Chorakademie in Lübeck verankert, seit der Loslösung vom SHMF 2013 ist die Hansestadt auch Bestandteil des Namens. War das zunächst auch ein Tribut an die Possehl-Stiftung als Geldgeber des Neustarts, hat sich mittlerweile mit Unterstützung durch Winfried Stöckers Firma Euroimmun die Bindung an die Trave gelockert. So wird 2017 erstmals die Akademiephase in Polen stattfinden.

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International ausgerichtet: Chorakademieleiter Rolf Beck mit Sängern Ian Spinetti (Brasilien, li.) und Eddie Mofokeng (Südafrika).

Quelle: (c)Miss Sophie Photography; +

Lübeck. Der Name bleibt unangetastet, aber Rolf Beck setzt nicht nur bei seinen Sängerinnen und Sängern mehr denn je auf Internationalität. Im Ausland ist sein ambitioniertes Projekt einfacher zu realisieren – und leichter zu finanzieren. Dabei beflügelt ihn die Nachfrage: China, Polen, Slowakei, Brasilien und Korea stehen bis Ende 2017 auf dem Terminplan.

 Aber, aus bewährter Tradition, Anfang Dezember auch Adventskonzerte in Rendsburg, Schleswig und Elmshorn. Hier stellen die Stadtwerke bereits seit einigen Jahren die Auftritte sicher. War im vergangenen Dezember Nils Landgren musikalischer Partner, ist es diesmal der Trompeter Reinhold Friedrich mit seinem Brass-Ensemble. Und erneut dürften sich ganz neue Crossover-Klangeindrücke ergeben. Auch auf einer CD sollen Weihnachtslieder aus den Heimatländern der Choristen, Sätze aus über 15 Nationen von Georgien bis Südafrika, zusammengefasst werden – produziert übrigens, wie die dieser Tage erscheinende Erstlings-CD mit romantischer Chormusik, von Stöckers Plattenfirma. Im Südwesten Deutschlands werden Sänger der Chorakademie unter Leitung von Bach-Ikone Helmuth Rilling im Dezember erneut Händels Messias aufführen – eine fruchtbare Zusammenarbeit seit Jahren.

 Vor- und nachher geht es auf Reisen: Mit dem Ensemble Solamente Naturali aus Bratislava gastiert die Chorakademie Lübeck (Slogan „Vier Kontinente, ein Klang“) erstmals in der Slowakei, probt und führt Bachs Johannes-Passion in Trnava auf, bevor es mit derselben Besetzung, mit Solisten aus dem Chor, noch im Herbst nach Schanghai geht. Offiziell sei die Johannes-Passion des Thomaskantors ebenso wie Tan Duns zeitgenössische, an der Matthäus-Passion orientierte Water Passion in China noch nicht aufgeführt worden.

 Nach einem Kooperationsprojekt mit dem von Rolf Beck 1983 gegründeten Chor der Bamberger Symphoniker (Elgars The Dream of Gerontius und Faures Requiem) in Bamberg ist im Juli 2017 eine „Academia Canto em Trancoso“ an der brasilianischen Atlantikküste angesetzt, die sich im dritten Jahr seit ihrer Gründung bei regem Interesse schon weitgehend vom Lübecker Original losgelöst hat. Das wiederum wird erstmals für eine Akademiephase im „European Krzystof Penderecki Center for Music“ gleich neben dem Sommerhaus des 84-jährigen Komponisten in polnischen Luslawice angesiedelt. Damit, so Beck, könne man die Akademie erstmals studentengerecht im Sommer veranstalten, was er in Lübeck mit Rücksicht auf das SHMF vermeiden wollte. Neben Meisterkursen mit Magreet Honig und Marcel Boone werden ein a-cappella-Programm und Mozarts Messe in c-Moll erarbeitet. Auch im Rheingau-Musik-Festival ist sie zu hören.

 Schier unermüdlich nennt Rolf Beck (71) sein nächstes Vorhaben: In Korea startet Ende November 2017 ein Workshop, in dem Bachs Weihnachtsoratorium erarbeitet werden soll. Auch daraus könnte eine Akademie-Dependance erwachsen. Die klingenden Kontinente müssen schließlich auch bereist werden ... Lübeck bleibt allemal im Namen seines leidenschaftlich gelebten Projektes präsent.

  www.chorakademie-luebeck.de

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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