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Der Freitag war einer zum Zelten

Rolling Stone Weekender Der Freitag war einer zum Zelten

Ein Standortwechsel hätte am ersten Tag des 9. Rolling Stone Weekenders zu großes Verlustpotenzial geborgen, was zum Verbleib an der Zeltbühne führte. Denn die größte von vier Bühnen des Musikfestivals am Weißenhäuser Strand schien nicht nur rein nominell die interessantesten Acts zu bieten.

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Gang of Four live auf dem Rolling Stone Weekender.

Quelle: Manuel Weber

Wangels. Birth of Joy gingen am frühen Abend noch konkurrenzlos ins Rennen, weil die übrigen Bühnen da noch blank blieben. So konnte das noch nicht wirklich namhafte Rock-Trio aus den Niederlanden auf eine ansehnliche Menge blicken. Mit ihrem Sixties-Hardrock, verjüngt durch Grunge und Stoner Rock, und einem meist hochtourigen Set waren Birth of Joy als Opening-Act eine gute Wahl und kickten die Menge gründlich.

Retro ging es weiter mit Lee Fields & The Expressions . Der US-Soul-Sänger, Jahrgang 1951, hat sich seinen Spitznamen „Little JB“ nicht von ungefähr eingehandelt. Fields erinnert nicht nur in Stimme und Phrasierung dem stilbildenden James Brown, auch sein energiegeladenes, emotionales Bühnengebaren erinnert an den „Godfather of Soul“. Eine gut geschmiert groovende Combo samt Bläsern im Rücken, feierte Fields mit der Menge eine hitzige Soul-Part, zog in schillernden Pailletten-Jacketts alle Register vom warmen Deep Soul bis zum glühenden Funk.

Mit gut halbstündiger Verspätung starteten dann Gang of Four . Der sich wie Kaugummi ziehende Soundcheck stellte die Geduld des durch ansonsten pünktliche Auftritte verwöhnten Publikums auf eine harte Probe, und so wurden die Punk-Funk-Veteranen aus Leeds mit vereinzelten Pfiffen und Buh-Rufen empfangen. Doch Gang of Four, schon vor zwei Jahren beim RSW aktiv, wetzten die Scharte mit einem energiegeladenen Set aus, das auch mit Klassikern aus den frühen 80ern wie „To Hell With Poverty“ oder „I Love A Man In A Uniform“ punktete und das Publikum schnell versöhnte.

Auch Glen Hansard ist ein RSW-Wiederholungstäter, und wie schon 2013 geriet das Konzert des irischen Sängers und Gitarristen zum Finale des ersten Festivaltags zu einer Sternstunde. Rock, Americana uns Soul gingen bläsergetrieben eine blendend schöne Verbindung ein, und Hansard sang sich schlicht die Seele aus dem Leib. Pure Musikalität brachten er und seine fantastische Band anderthalb Stunden lang auf die Bühne und hinterließen ein rundum beseeltes Publikum, das noch geraume Zeit, aber vergeblich, nach Zugaben rief.

Hier sehen Sie Bilder vom Rolling Stone Weekender 2017.

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Ein Artikel von
Thomas Bunjes
Kulturredaktion

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