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Wechselbäder und ein wenig Show

Rolling Stone Weekender Wechselbäder und ein wenig Show

Stilistische Wechselbäder am ersten Tag des ausverkauften Rolling Stone Weekenders (RSW) im Ferienpark Weissenhäuser Strand. Amanda Palmer (Ex-Dresden Dolls) eröffnete das Festival auf der Ukulele spielend und singend mit einem Gang durch die Menge bis zu Bühne.

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Begeisterte Besucher beim Rolling Stone Weekender in Weissenhäuser Strand.

Quelle: Manuel Weber

Weissenhäuser Strand. Dort setzte sie sich an den weißen Flügel, zog einen mokanten Elton-John-Vergleich, und sang dann Solo mit ihrer kräftigen Stimme nicht nur eigene Songs, sondern auch Lieder ihres Lieblingskomponisten Kurt Weill.

Das sind die Bilder vom Rolling Stone Weekender.

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Ungleich zarter, aber ebenfalls recht exaltiert dann Julia Holter im Baltic Festsaal, wo die kalifornische  Sängerin am E-Piano, begleitet von Geige, Saxofon, Kontrabass und Schlagzeug ihren leicht versponnen, elegischen Folk-Pop-Entwurf mit Reminiszenzen an die Sixties präsentierte.

Gleich wieder rüber ins in der RSW-Geschichte selten so gut gefüllte Zelt, wo The Sonics eine dampfende Rock'n'Roll-Ladung auskippten. "Money", "Louie Louie", "Lucille" oder "The Hard Way" von The Kinks - die 1965 gegründete Proto-Punk-Band aus Seattle ließ es zum großen Vergnügen des Publikums mit dreckigem Sound fett krachen.

Hitzige Gospelmesse

Eine höchst schweißtreibende Angelegenheit auch für den Bandleader war darauf das energiegeladene Konzert von Nathaniel Rateliff & The Night Sweatshirt im knackvollen Baltic Festsaal. Munter sprang die Band zwischen Motown- zum Stax- oder Atlantic-Soul hin und her, stachelte das Publikum zu einer hitzigen Gospelmesse an. Keine Spur von Blue-Eyed-Soul beim stämmigen, bärtigen, weißen Sänger aus Missouri und seiner Band, das ist und hat einfach nur Soul.

Gegroovt, allerdings erheblich düsterer und rockiger, hat es dann im Zelt auch bei der US-Rockband Boss Hog, etwa in dem von Jungle-Drums angetriebenen Song "Itchy & Scratchy". Gegen Ende des Gigs surft Sängerin Christina Martinez auf einer weichen Matratze über die Köpfe der Menge, während ihr Ehemann, Gitarrist Jon Spencer, auf der Bühne zur lärmenden Band mehrfach "I'm a ghost!" skandiert. Befremdlich.

Den Schlusspunkt am ersten Tag setzen Dinosaurier Jr. auf der Zeltbühne. Die Grunge-Wegbereiter um Sänger und Gitarrist J Mascis ernten für ihren melodiösen Lärm aber eher warmen als frenetischen Beifall.

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