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Kubistischer Duktus der Kettensäge

Skulpturengarten an der FH Kubistischer Duktus der Kettensäge

„Kulturinsel Dietrichsdorf“ steht auf dem Schild, das in Richtung Campusgelände der Fachhochschule weist. Große Worte, könnte man meinen, doch der Abschluss eines weiteren Kunstprojektes im Außenbereich der FH gibt dem Wegweiser einmal mehr recht: Als sich im Zuge einer Nachhaltigkeitskampagne bei der Gestaltung der Streuobstwiesen hinter dem Hochhaus herausstellte, dass eine fast 100-jährige Kastanie so krank war, dass sie gefällt werden musste, machte Kanzler Klaus-Michael Heinze aus der Not eine Tugend.

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Die Kieler Künstlerin Rosa Treß und ihre Skulptur „Gate“ neben der FH Kiel.

Quelle: Foto: Björn Schaller

Kiel. Er beauftragte die Bildhauerin Rosa Treß mit der Schaffung von vier Skulpturen aus dem Stamm der Kastanie.

 Unweit der Stelle, wo der Baum im Februar fiel, stehen jetzt farbig gefasste, figürliche Arbeiten, die Themen des menschlichen und politischen Miteinanders symbolisieren. In kubistischer Handschrift mit der Kettensäge so gearbeitet, dass ein rhythmischer Duktus die Oberflächenstruktur belebt, balanciert eine große, rot gefasste Figur im Handstand auf den ausgestreckten Armen einer kleineren (World Circus Paradox). Die markante Handhaltung einer quietschgrünen Sitzenden ist als Plädoyer für das Leben im Hier und Heute gedacht (Every Now), ein sich umarmendes Paar in blau steht für Freundschaft und gegenseitigen Schutz (The Hug).

 „Die kubistische Formensprache und die kühle Farbigkeit soll romantisch-kitschigen Deutungen vorbeugen“, sagt die Künstlerin aus Schleswig-Holstein, die seit 2002 freischaffend arbeitet. In unterschiedlichen Blautönen erstrahlt auch die vierte und letzte Arbeit, die just mit einem Betonsockel im Erdreich verankert wurde. Gate zeigt eine Figurengruppe, die sich anschickt, ein Tor zu durchschreiten. Eine Engelsfigur breitet beschützend ihre Flügel über die Hilfesuchenden. „Die Arbeit ist vor dem Hintergrund der Flüchtlingsthematik entstanden und wirkt zugegeben ein bisschen esoterisch“, sagt Rosa Treß. Auch hier taugen Farbe und Form zur Versachlichung und verleihen der Skulptur zudem einen Hauch von Leichtigkeit.sth

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