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Witze mit viel Buhaha

Rüdiger Hoffmann im Metro-Kino Witze mit viel Buhaha

„Ja, hallo, erst mal...!“ Natürlich bringt Comedian Rüdiger Hoffmann zum Einstieg in sein Solo-Programm im Metro-Kino den Spruch, mit dem er in den 90ern bekannt geworden ist. Wenn er ihn auch mit einer kleinen Verzögerung sagt. Ein Luftholen als gewisse ironische Distanz zu seiner eigenen Figur und Rolle, die aber nicht so recht ins Bild passen will.

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Bekannte und beliebte Größe auch in Kiel: Rüdiger Hoffmann im Metro Kino.

Quelle: bos: Björn Schaller

Kiel. Denn eine zusätzliche Ebene zieht er bei seinen anschließenden Späßen doch eher selten ein. Nach anfänglich starker Medien-Präsenz bekam man Rüdiger Hoffmann in den vergangenen Jahren medial oder auch auf Bühnen im Norden weniger häufig zu Gesicht. Dass er für das Publikum aber immer noch eine bekannte Größe darstellt, dafür spricht das jetzt zweimal ausverkaufte Haus in Kiel und der große Applaus zur Begrüßung. „Ich hab’s doch nur gut gemeint...“ heißt die aktuelle Show, die Hoffmann in der gewohnten, etwas langatmigen Sprechweise eines drögen Westfalen, seinem Alter Ego, als Stand-up-Komik auf die Bühne stellt. Das funktioniert immer dann gut, wenn er Alltagssituationen ins Absurde steigert. Wenn er beispielsweise vom Urlaub mit seiner „Bekannten“ und dem befreundeten Paar Monika und Hans-Peter erzählt. Vielleicht nicht wirklich neu, aber doch witzig sind einige Episoden. Etwa über Buchhalter Hans-Peter, der Regress vom Reiseveranstalter fordert, weil die aus Handtüchern gebastelten Figuren, die das Personal allmorgendlich zu immer neuen Tieren formt, sich zweimal während des Urlaubs wiederholt hatten.

 Eher unlustig dagegen wirkt die Abteilung Flachwitze. Zu sagen, man erzähle jetzt „Fips-Asmussen-Scherze“, um es dann einfach nur zu tun und sich dabei selbst mit lauten „Buhaha“ auf die Schenkel zu klopfen, macht die Witze kein bisschen besser und hat auch sonst keinen Komik-Mehrwert. Gerne zielt Rüdiger Hoffmann auch mal in den Bereich unterhalb der Gürtellinie: Da muss Hans-Peter, von Gattin Monika gezwungen, beim Camping das Lagerfeuer im Sitzen auspinkeln und holt sich dabei ein paar „gebrannte Mandeln“. Nun ja.

 Anders als zu seinen Anfängen bestreitet Hoffmann seit einiger Zeit Teile des Programms singend und Klavier spielend. Eine originelle Idee ist der Song über einen Wohlstands-Rapper, der sich für Steuersenkungen und andere Wohltaten für Besserverdienende in die Bresche wirft. Eher zwiespältig dagegen kommt die musikalische Ballermann-Nummer über das Verbot des Aus-dem-Eimer-Saufens auf Mallorca rüber. Im Gewand des öden Partysongs steckt – Überraschung! – ein öder Partysong. Dass er auch anders kann, zeigt dagegen die Geschichte, für die er mit Hütchen verkleidet in die Figur eines Nachbarn schlüpft, der nach anfänglichem jovialen Geplauder über einen Deutschen mit ausländischen Wurzeln im Haus Stück für Stück den Blockwart auspackt, der er unter einer dünnen Schicht von Wohlanständigkeit immer geblieben ist. Davon hätte man gerne noch mehr gesehen.

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