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Roger Cicero kurz gefasst

SHMF-Abend in Altenhof Roger Cicero kurz gefasst

Im Programmheft zu seinem SHMF-Konzert wird Roger Cicero als der „Till Brönner des deutschen Jazzgesangs“ bezeichnet. Da schwingt so einiges mit.

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Hat sogar einmal Jazzgesang studiert: Roger Cicero.

Quelle: Axel Nickolaus

Altenhof. Zum einen wäre da die Tatsache, dass die Deutschen ihren Roger seit Männersachen so fest ins Herz geschlossen haben wie den Till seit Blue Eyed Soul. Zum anderen aber stellt sich die Frage, ob Cicero mit dem Prädikat Jazzsänger eigentlich richtig gelabelt ist, denn wie Brönner macht er sein Geschäft genau genommen mit Popmusik, die durch Jazzaromen angereichert wird. Bestes Beispiel: sein Album Was immer auch kommt vom vergangenen Jahr.

Sein aktuelles Musikprojekt trägt den selbstbewussten Titel „The Roger Cicero Jazz Exerperience“, was wohl bedeuten soll, dass es sich hier anders verhält. Und tatsächlich swingt Ciceros Trio zur Eröffnung seines Auftritts im ausverkauften Altenhofer Kuhhaus vergleichsweise hart und der Sänger selbst wagt bereits beim Warm-up den ersten Scat. Er kann das ja, hat in den Neunzigerjahren sogar Jazzgesang studiert. Und doch stellt sich im Laufe seines Konzerts eher der Eindruck ein, einen Allround-Unterhalter zu erleben, in dessen Band auch improvisiert wird.

Je schneller die Musik, desto mehr Jazz ist im Spiel

Als Stichwortgeber kommt dabei durchaus mal eine Jazzlegende wie James Moody vor, primär aber sind es Songwriter-Größen wie James-Taylor, Van Morrison oder Amos Lee, deren Lieder Cicero hier routiniert interpretiert. Generell lässt sich sagen: Je schneller die Musik wird, desto mehr Jazz kommt ins Spiel. Die Balladen dagegen tendieren zu reinen Gefühlssachen. Ein bisschen erstaunt mag selbst der hiervon begeisterte Hörer sein, dass der offizielle Teil der „Jazz Experience“ bereits nach einer guten Stunde vorüber ist und man wenig später wieder ins Freie tritt, wo die blaue Stunde gerade erst angefangen hat.

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