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Avi Avital: Dolce vita mit Mandoline

SHMF-Weihnachtskonzert Avi Avital: Dolce vita mit Mandoline

Mandolinen im Mondschein vor Capri, der weibliche Vesuv Sophia Loren, die Camorra-Familien: In Neapel herrscht bekanntlich eine spezielle Temperamentstemperatur. Beim SHMF-Weihnachtskonzert fesselte der Echo-Klassik-Preisträger Avi Avital mit seinem metallischen Pling-Pling-Kapriolen die Sinne.

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Avi Avital, mit der Mandoline Echo-Klassik-Preisträger 2015.

Quelle: Jean-Baptiste Millot / DG

Büdelsdorf. Avi Avital hat somit völlig Recht, dass man das auch schon in einer dem süditalienischen Wahlneapolitaner Giovanni Paisiello zugeschriebenen Rarität wie dem frühklassischen Mandolinenkonzert Es-Dur deutlich hören kann – zumal, wenn es so hinreißend lebendig und theaternah plastisch interpretiert wird, wie von dem israelischen Zupf- und Plektrumvirtuosen. Und gerade im Vergleich zur eher flächigen Eleganz des Venezianers Vivaldi.

 Der Italien-Kenner Avital war am Mittwoch Stargast in der voll besetzten ACO-Thormanhalle Büdelsdorf, wo das Schleswig-Holstein Musik Festival mit Beiräten aus dem ganzen Land sich selbst, die Mandoline und Weihnachten feierte. Der aktuelle Echo-Klassik-Preisträger fesselte mit seinen metallischen Pling-Pling-Kapriolen die Sinne, erwies sich als inniger Träumer und üppiger Schwärmer, steigerte sich mit einer ungarischen Folktanz-Zugabe gar in einen Rock’n’Roll-verdächtigen Rausch.

 An seiner Seite und mit einschlägigen Concerti grossi von Corelli und Locatelli sorgten die sympathischen Musici di Roma für adventliche Stimmung im Hause Ahlmann. Das Streicherensemble bildet nicht gerade die Speerspitze historisch informierter Aufführungspraxis und blieb in Sachen Präzision hier und da „al fresco“ etwas unter internationalem Festivalniveau, versprühte aber allemal Dolce-Vita-Charme. Auch die Ausschnitte aus Vivaldis Jahreszeiten mit dem fetzig Geräusch machenden Konzertmeister Antonio Anselmi kann man sich nobler vorstellen: von Venedig aus liegt Rom eben schon weit auf dem Weg nach Neapel.

 Das Konzert wird am 10. Dezember im Lübecker Dom wiederholt. Karten: 0431 / 237070 www.shmf.de

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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