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Santiano präsentieren neues Album

Glücksburg Santiano präsentieren neues Album

Zack Ahoi, die Santiano sticht wieder in See. An Bord das dritte Album mit dem treffenden Titel „Von Liebe, Tod und Freiheit“. In Glücksburg am Ostseestrand präsentierten die fünf norddeutschen Shanty-Folk-Pop-Experten die dreizehn Songs des neuen Longplayers, der ab 29. Mai in die Fußstapfen der beiden erfolgreichen Vorgänger treten soll.

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Santiano: (v.l.) Pete Sage, Axel Stosberg, Björn Both, Andreas Fahnert und "Timsen" Hinrichsen bei der Albumpräsentation "Von Liebe, Tod und Freiheit"

Quelle: Kai-Peter Boysen

Glücksburg. Zwei Jahre haben sich die Band sowie ihre Produzenten Hardy Krech und Mark Nissen vom Flensburger Label Elephant Music Zeit gelassen und sehen jetzt mit „Zuversicht“ dem Kommenden entgegen, wie Sänger Axel Stosberg es formuliert. Trotz einer durchaus gewollten Massenkompatibilität schielt die Band, die es faszinierender Weise schafft, sowohl in der Show von Carmen Nebel als auch in Wacken Menschen zu begeistern, nicht auf den Radiohit. „Wir verstehen uns als Albumband, und damit sind wir bisher ja auch gut gefahren“, sagt Björn Both, Bassist, Sänger und meistens auch Sprachrohr der Band. Zwei Nummer-eins-Alben und 1,8 Millionen verkaufte Tonträger geben dieser Einschätzung Recht. Erfolgsdruck verspüren Santiano dennoch nicht, sie sehen es eher sportlich: „Wir sind aufgenommen im Stamme der Siegertreppchen-Denker“, so Both lachend, „und jetzt wollen wir doch mal gucken, ob wir das nicht noch ein drittes Mal schaffen.“

„Und wenn wir das nicht machen, denn macht das keiner, also machen wir das“, meint Gitarrist und Sänger Andreas Fahnert schmunzelnd, der nach wie vor festes Mitglied ist, obwohl er aus gesundheitlichen Gründen live nicht dabei sein kann. Die Band wirkt locker, nennt „Absichtslosigkeit“ ihr Erfolgsgeheimnis, alles kann, nichts muss.

„Von Liebe, Tod und Freiheit“ heißt das neue Album, das somit die Kernthemen von Santiano vereint. Die Zutaten sind bewährt, meist von Geige und Whistle melodisch geführt gibt es wuchtige Hymnen wie die neue Single „Lieder der Freiheit“, übrigens eine gelungene Adaption des Mike-Oldfield-Songs „To France“, oder das livetaugliche „Joho und ne Buddel von Rum“. Dazu kommen englischsprachige Shantys wie das mitreißende „Rolling The Woodpile“, von Fiddler Pete Sage gesungen, schwermütige Balladen und Mystisch-Experimentelles wie „Rungholt“. Eine Besonderheit ist sicher das plattdeutsche Lied „Fresenhof“, ein alter Knut-Kiesewetter-Song aus den Siebzigern. „Das wollten wir immer schon mal machen, nur mussten wir erst den richtigen Song finden“, erklärt „Timsen“ Hinrichsen (Gitarre, Gesang), der ohnehin meistens op plattdütsch vertellt. Insbesondere rhythmisch sind die Santiano-Songs noch ausgefeilter geworden und die Winde stehen günstig für eine weitere lange Reise des seefesten Fünfers aus dem Norden.

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Bad Segeberg
Foto: "The fiddler on the deck": Santiano mit Peter Sage, Björn Both, und Live-Band-Gitarrist Dirk Schlag.

„Eine Seefahrt die ist lustig 
/ Eine Seefahrt, die ist schön / Denn da kann man fremde Länder / 
Und noch manches andre sehn.“ Leider fand dieses charmante Kinderlied – nicht einmal als Leichtmatrose – einen Platz auf der Santiano, die am Sonnabend vor 9000 hingerissenen Zuschauern in der ausverkauften Kalkberg-Arena Bad Segeberg vor Anker ging. Obwohl es beim brausenden Konzert der fünf rockenden Seeteufel aus Norddeutschland doch im Wesentlichen um Eines ging: das reine Vergnügen.

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