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5000 Besucher in Kiel fanden es lustig

Sascha Grammel 5000 Besucher in Kiel fanden es lustig

Wenn selbst Käse beginnt zu quatschen: Sascha Grammel war mit seiner Puppen-Comedy „Ich find’s lustig“ in der ausverkauften Sparkassen-Arena puppenlustig. Seine Zuschauer waren begeistert.

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Heiße Luft im Luftballon, aber noch keine Puppen: Sascha Grammel in der Sparkassen-Arena Kiel.

Quelle: Manuel Weber

Kiel. „Die neue Show ist wie ein Luftballon, bunt und prall gefüllt mit jeder Menge heißer Luft“, verspricht Sascha Grammel nicht zu viel in der mit rund 5000 Zuschauern jeden Alters ausverkauften Sparkassen-Arena. Mit neun seiner schrägen, per Hand, elektrischer Fernbedienung und Bauchrednerei animierten „Puppets“ entführt er uns in eine puppenlustige Welt, die wir noch aus Sesamstraße und Muppet-Show kennen und die nicht nur er „lustig findet“.
 
So lustig wie das „Wort des Tages“, das er sich vom Publikum zurufen lässt. Das heißt in Kiel ganz norddeutsch „Schietbüddel“ und wird fortan in jeden Sketch als „running Gag“ eingebaut. Genauso der putzige holländische „Käse der Wahrheit“, der aus der Kiste, in die er nach seinem ersten Auftritt zurückgelegt wird, „damit er nicht stinkig wird“, sein beleidigtes „Nej“ quäkt. Oder der bewusst blöde Arztwitz, den Sascha eigentlich gern nochmal erzählen würde, verböte ihm „Frederic Freiher von Furchensumpf“, das selbsternannte „Orakel von Kiel“, nicht den Mund.

Aus dem Bauch heraus

Letzteren und echte Charaktere verleiht Sascha Grammel seinen Puppen buchstäblich aus dem Bauch. Etwa dem neunmalklugen Frederic, der mit seinem „großen Latrinum“ prahlt und sich als „der große Federini“ in derselben Kunst auskennt wie Sascha. Nämlich der Zauberei, selbst einer Socke mit zwei aufgesetzten Kulleraugen lustigste Lebendigkeit einzuhauchen. „Außer Rüdiger“ heißt der kleine gelbe Geselle mit den Wollfädenärmchen und unterrichtet Sascha und uns im Schnellkurs „Bauchreden für Doofe“. Auch der sechsarmige Alien „Herr Schröder“ weiß nach seiner Umschulung zum Zahnarzt und mit Assistenz von „Fräulein Ursula“, wie man gepflegten Blödsinn macht. Zwar sei der verunglückte Wortwitz mit „am geringsten an Pfingsten“ jetzt „echt durch“, aber wir alle finden’s lustig.

Heiße Luft zum Schluss

Und staunen, wie Sascha selbst sechs Arme, Klimperaugen plus die Ursula – und dann ja auch noch den quatschenden Käse aus der Kiste – in Bewegung bringt und ihnen Stimme gibt. Dabei darf man auch mal dezent hinter die Kulissen schauen, zum Beispiel wenn die Fisch-Katze „Mieze“ das Berlinerische Geblubber im Maul stecken bleibt, „weil die Fernbedienung nicht so weit reicht“. Oder wenn dem mit Spaghetti-Haaren neu frisierten „Prof. Dr. Peter Hacke“ die Augenlider versagen. „Ist das jetzt ein technischer Fehler oder Schlafkrankheit?“, überspielt Sascha auch kleine Missgeschicke. Denn in jedem Fall des Falles ist das große Puppenspielerkunst – und manchmal „voll niedlich“, wie eine gar nicht so junge Zuschauerin schwärmt, selbst die Schildkröte „Josie“ im Schoß. In der Tat, „Josie“ plappert allerliebst „an ihrem 114. Geburtstag“ und ist einfach rührend.
 
So rührend wie Saschas Zugabe, für die es 5000-fach stehende Ovationen gibt: „Für uns Erwachsene ist das nur ein mit Helium gefüllter Luftballon an einem Faden“, führt er seine „einfachste Puppe“ vor. „Aber für Kinder ist das pure Emotion – vielleicht ja auch für euch.“ Spricht’s aus dem Bauch und lässt ihn in den Himmel steigen... wie unsere Herzen.

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