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Kultursenat: Neue Köpfe, neuer Preis

Kieler Rat soll Satzungsänderung beschließen Kultursenat: Neue Köpfe, neuer Preis

Emil Nolde war vor 64 Jahren der erste Preisträger, seitdem schlägt der Kultursenat alljährlich seinen Kandidaten für den Kieler Kulturpreis, seit 2001 im Wechsel mit dem Wissenschaftspreis, vor. Womit die Kernaufgabe des exklusiven Gremiums schon beschrieben wäre. Das ist bedeutend, aber nicht wirklich viel. Womöglich könnte sich da etwas ändern. Denn im Mai soll nach dem Ja des Kulturausschusses die Ratsversammlung mal wieder über eine Satzungsänderung für den Kultur- und Wissenschaftssenat entscheiden.

Kiel.. Kern der vom Vorsitzenden, dem auf Effizienz bedachten Uni-Präsidenten Prof. Lutz Kipp, initiierten Neufassung ist eine Halbierung der Mitgliederzahl von 14 auf künftig sieben – weil weniger womöglich mehr sein könnte. Zweite Neuerung ist die Einführung eines den Wissenschaftspreis ergänzenden Innovationspreises. Damit verschiebt sich der Fokus des Ratgeber-Gremiums ein wenig in Richtung Wirtschaft – weshalb ausdrücklich auch der rege Dialog nicht nur mit dem Kultur- sondern eben auch mit dem Wirtschaftsausschuss angestrebt wird. Der Senat, so heißt es in der Beschlussvorlage des Kulturdezernenten, solle sich „zu grundlegenden Fragestellungen in den Bereichen Kultur und Wissenschaft äußern“, was in vergangenen Jahren zumindest öffentlich kaum wahrzunehmen war. Von daher gibt der Vorstoß Anlass, auf neue Impulse für Kulturleben, Kreativwirtschaft, Wissenschaft und Wissenstransfer zu hoffen. Denn „eine wichtige Aufgabe des Senats besteht darin, Möglichkeiten für gemeinsame Aktivitäten zu prüfen, Konzepte für entsprechenden Gemeinschaftsprojekte in der Stadt zu entwerfen und, unterstützt durch die Stadtverwaltung, durchzuführen“.

 Kraft Amtes sind in dem reformierten Senat die Präsidenten der drei Kieler Hochschulen CAU, Muthesius und FH Kiel vertreten, sowie je eine „aktive und einflussreiche Person aus den Bereichen Musik, Theater, Bildende Kunst und Literatur“, die der Kulturdezernent (der in dem Gremium eine beratende Stimme hat) mit dem Segen des Rates benennt. Klingt, ohne dass schon Namen kursieren, nach Professionalisierung: Das Kultur-Quartett rückt an die Stelle von fünf weiteren Hochschulvertretern und sieben „Persönlichkeiten, die die Vielgestaltigkeit des kulturellen Lebens der Stadt repräsentieren“. Sie hatten nach alter Satzung die (vage) Aufgabe, „das kulturelle und wissenschaftliche Leben in Kiel anregend und beratend zu fördern sowie kritisch zu begleiten“. Haben sie wohl getan – jedoch mehr diskret als konkret.

 Vorsitzender des Kultur- und Wissenschaftssenates ist und bleibt der CAU-Präsident. Das macht an Anbetracht des Gewichtes der Uni im Gesamtkonzert von Kultur und Wissenschaft Sinn, wirft aber auch die Frage auf, ob sich nicht auch mal der Kunsthochschul-Präsident für dieses Amt anböte. Nun muss sich zeigen, ob der neue Rahmen dem geschrumpften Gremium mehr Schwung verleiht. Galt der Kultursenat bisher eher als zahnloser Tiger, spricht Vorsitzender Kipp nun zumindest von einer stärkeren Verzahnung mit Wirtschafts- und Kulturausschuss. Und sieht große Chancen.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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