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Achtung vor den Nachbarn

Schads Ensemble Achtung vor den Nachbarn

Wer die erste Produktion des Schads Ensemble gesehen hat, wird sich freuen, dass es Neues von der Theatergruppe gibt. Wieder haben Elena Schmidt-Arras, Christina Dobirr und Linda Stach ein Stück kreiert, das sie in Eigenregie nach dem Vorbild der Familie Flöz mit Masken ohne Worte auf die Bühne bringen.

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Maskenspiele mit Geflüchteten (v.l.n.r.): Christina Dobirr, Elena Schmidt-Arras und Linda Stach.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. „Die erste Produktion ist beim Publikum gut angekommen, scheinbar haben wir mit dem Maskentheater eine Nische entdeckt“, sagt Linda Stach. In Am Ende des Tages geht es um die Bewohner eines heruntergekommenen Mietshauses in einer Großstadt, um ihr Miteinander, das eigentlich ein Gegeneinander ist – bestenfalls ein Ohneeinander.

Insgesamt elft Figuren treten auf und jede der drei Schauspielerinnen schlüpft in jede Rolle. Elf Charaktere bedeuten auch elf neue, eigenwillig „sprechende“ Masken, selbst gefertigt aus Pappmaschee in wochenlanger Arbeit. Beim Maskenbau hat das Trio sich diesmal Unterstützung gesucht. „Im Stück spielen Geflüchtete eine Rolle und da jede Figur eine individuelle Geschichte mit eigenen Emotionen mitbringt, wollten wir, dass die Masken von Leuten gestaltet werden, die eine solche Geschichte erlebt haben.“ Bei der Flüchtlingshilfe Diakonie lernten sie Shvan und Kholoud aus dem Iran und aus Syrien kennen. Beide hatten ein Kunststudium begonnen, bevor sie das Land verließen. „Sie wussten daher schnell, um was es uns bei der Gestaltung der Masken geht.“

Im aktuellen Stück ist das einzige Verbindende zwischen den Protagonisten die gemeinsame Adresse. Obwohl man Wand an Wand wohnt, trennen Welten die Familien und Alleinstehenden, die Alten und die Jungen voneinander. Jeder hat sein Schicksal, seine Vorurteile, Kümmernisse und Freuden. Und jeder geht dem Nachbarn so gut wie möglich aus dem Weg.

www.schadsensemble.de

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