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Das sind die Weihnachtsmärchen 2017

Schleswig-Holstein Das sind die Weihnachtsmärchen 2017

Ein Spielplan ohne Weihnachtsmärchen – das ist in den Theatern in Deutschland ganz und gar undenkbar. Bis Weihnachten ist Hochbetrieb; die ersten Vorstellungen beginnen schon morgens neun Uhr, ganze Kindergärten und Grundschulen stürmen die Ränge.

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Sprechende Tiere, verzauberte Helden: „Hänsel und Gretel“ am Theater Kiel.

Quelle: Olaf Struck / hfr

Kiel. Da machen die Häuser in Schleswig-Holstein und Hamburg keine Ausnahme. Von Flensburg bis Lübeck erstreckt sich das Angebot vom Märchen (am liebsten aus der Sammlung der Brüder Grimm)bis zum Kinderbuchklassiker – und wirkt im Idealfall generationenübergreifend. Happy End garantiert.

Der gestiefelte Kater

Der Gestiefelte Kater streicht im Schleswig-Holsteinischen Landestheater über die Bühne – blitzgescheit und mächtig aktiv, schließlich gilt es, den zaudernden Hans in die Gänge zu bringen, den überarbeiteten Diener Gustav zu überlisten und eine gelangweilte Prinzessin zu unterhalten. Letztere spielt übrigens Fenja Schneider, bis Mitte 2016 Ensemble-Mitglied im Kieler Werftpark-Theater und immer noch in der Produktion Spatz und Engel als Edith Piaf zu sehen. In der Version, die Thomas Freyer für Kinder ab fünf Jahren nach dem Märchen der Brüder Grimm verfasst und Jan Fritsch (auch vom Werftpark als Mitstreiter von Gertrud Pigor bekannt) hat, kämpfen alle Figuren mit den Problemen des Alltags: Die einen arbeiten zu viel, die anderen versuchen, den Vorstellungen der Eltern oder dem eigenen Image gerecht zu werden. Wie gut, dass es den Kater gibt, der Wunsch und Wirklichkeit in Einklang bringt. Allzu viele Karten gibt es allerdings nicht mehr: Gut stehen die Chancen noch am 10.+26. Dezember (FL) und 25. Dezember (SL).

Rotkäppchen

Für die ganz Kleinen (ab drei Jahren) steht außerdem Rotkäppchen auf dem Spielplan. Das Grimm-Märchen hat Puppenspielerin Sonja Langmack ein bisschen umgebaut – schließlich gibt es durchaus ein paar Fragen, die sich der geneigte Märchenfan stellen könnte: Wie wäre das, wenn Rotkäppchen eine Naschkatze wäre und selbst mal in den Korb greifen würde? Oder wenn sich der Wolf lieber über die Leckereien hermacht und gar keine Lust mehr hat, Rotkäppchen oder die Großmutter zu vertilgen? Antworten darauf gibt es noch in etlichen Vorstellungen bis zum 27. Dezember. 

Info und Karten: www.sh-landestheater.de

Hänsel und Gretel

Sprechende Tiere und verzauberte Helden gehören unbedingt zum Weihnachtsmärchen dazu – selbst, wenn sie eigentlich gar nicht vorkommen wie in Hänsel und Gretel. Deswegen haben die Autoren Jens Paulsen und Annika Hartmann für das gleichnamige Kieler Weihnachtsmärchen im Opernhaus gleich eine ganze Reihe dazu erfunden – von einer launigen Krötentruppe bis zum lässig bösen Wolf mit Udo-Lindenberg-Aura.

Und gezaubert wird hier ohne Ende: Weil Pummelfee Goldie noch üben muss und die Hexe alle Hände voll zu tun hat, der Welt ihre Märchen und den Kindern die Fantasie zu rauben. Stimmt, mit der Vorlage hat die Kieler Fassung nicht allzu viel zu tun – gut so, denn sie ist in der Regie von Jan Steinbach auch sehr viel lustiger und macht mit Musik von Bettina Rohrbeck Laune. Für alle, die nach der Vorstellung noch nicht genug haben, auch auf CD. Karten gibt es noch für 26. November, 4., 12., 13. Dezember, für viele andere Vorstellungen allenfalls Restkarten.

Karten: Tel. 0431/901-901, www.theater-kiel.de

Hans im Glück

Einen Klumpen Gold, groß wie sein Kopf, erhält Hans als Lohn für sieben Jahre Arbeit. Ein schweres Ding, dass dem jungen Mann auf dem Nachhauseweg immer schwerer wird. So tauscht er das Gold erst gegen ein Pferd, dann das Pferd gegen eine Kuh – bis er am Ende unbeschwert davonmarschiert: „So glücklich wie ich gibt es keinen Menschen unter dieser Sonne.“ Wie befreiend es sein kann, sich seiner Besitztümer zu entledigen, davon erzählt die Geschichte von Hans im Glück. Alexandra E. Kruse, die für die Niederdeutschen Bühne Kiel schon etliche Märchen bearbeitet hat, bringt sie im Theater am Wilhelmplatz als fröhlich-bunte Spielfassung für Kinder ab vier Jahren auf die Bühne – täglich bis zum 22. Dezember.

Karten: Tel. 0431/901-901, www.nbkiel.de

Räuber Hotzenplotz

„Ein richtiger Räuberwald. Ein Glück, dass wir gut verkleidet sind.“ Wow, kein Grimm-Märchen! Das Zitat stammt nämlich aus Otfried Preußlers Kinderbuchklassiker Räuber Hotzenplotz. Und damit sorgt das Theater Lübeck für ein Kontrastprogramm. Jan Jochymski setzt die Abenteuer-Tour von Kasperl und Seppel zwischen Wunder und Wirklichkeit und mit viel Live-Musik in Szene. Die Jungs müssen nämlich die Kaffeemühle zurückerobern, die sie Großmutter geschenkt haben und die sich Hotzenplotz unter den Nagel gerissen hat. Gar nicht so leicht, wenn ein Räuberhauptmann und ein Zauberer verbünden. Bloß gut, dass es auch noch Wachtmeister Dimpfelmoser, zwei musizierende Kobolde und ein paar lebendige Waldpilze gibt. Bis zum 26. Dezember für Kinder ab sechs Jahren.

Karten: Tel. 0451/399-600, www.theaterluebeck.de

Auch jenseits der Metropolen läuft das Weihnachtsprogramm auf vollen Touren:

Im Studio der Niederdeutschen Bühne Neumünster erlebt noch bis 10. Dezember Der Lebkuchenmann allerlei Abenteuer. Gerade frisch aus dem Ofen gekommen, freundet er sich schnell mit den Schrankbewohnern an und bringt sofort Schwung ins Küchenregal. In Szene gesetzt hat das Musical Karolin Wunderlich vom Werftpark-Theater in Kiel. Termine: 1., 3., 7. - 10. Dezember www.niederdeutsche-bühne-neumuenster.de.

Den Disney-Klassiker Die Schöne und das Biest hat sich die Heikendörper Speeldeel ausgesucht. Das Stück läuft noch heute und morgen, vom 8. bis 10. und 15. bis 17. Dezember www.speeldeel-heikendorf.de .

Und die Niederdeutsche Bühne Preetz zeigt vom 2. bis 17. Dezember jeweils sonnabends und sonntags in der Friedrich- Ebert-Halle, Lohmühlenweg 34, Das Rotkäppchen auf hochdeutsch unter der Regie von Katharina Glau und Marianne Nobs. Karten unter Tel. 0431/26099412, www.nbpreetz.de

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