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Schlechtes Wetter treibt Besucher in Museen

Schleswig-Holstein Schlechtes Wetter treibt Besucher in Museen

Kein echter Sommer im Norden: Regen, Wind und niedrige Temperaturen trüben Badespaß und Strandspaziergänge. Davon profitieren Sehenswürdigkeiten, die man sich drinnen anschauen kann. Von Sylt bis Lübeck steigen die Gästezahlen rapide an.

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Regen und Sturm treiben Besucher und Urlauber in Schleswig-Holstein scharenweise in Museen und andere wetterfeste Attraktionen.

Quelle: hfr

Kiel/Lübeck. Regen und Sturm treiben Besucher und Urlauber in Schleswig-Holstein scharenweise in Museen und andere wetterfeste Attraktionen. Mit 2300 Gästen sei am Dienstag ein „absoluter Spitzenwert“ erzielt worden, berichtete etwa Alina Claußen vom Multimar Wattforum in Tönning in Nordfriesland am Mittwoch. „Die Leute standen teilweise bis nach draußen an. Der war gigantisch, der Ansturm.“ Der Rekord aus einem früheren Jahr liegt bei 2800 Besuchern an einem Tag.

Für ein Sommerfest am Donnerstag anlässlich des 30-jährigen Bestehens des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer wünsche man sich trotzdem kein schlechtes Wetter. Das wäre „gar nicht so praktisch“, befand Claußen, zu voll würde es dann nämlich werden. „Wir sind nicht nur eine Schlechtwetter-Alternative“, betonte Claußen. Auch draußen gebe es etwas zu sehen.

Auch dem Europäischen Hansemuseum in Lübeck hat das schlechte Wetter mehr Besucher beschert. Am Montag sei es doppelt so voll gewesen wie eine Woche zuvor, sagte Sprecher Meino Hauschildt. Es hätten sich Warteschlangen bis nach draußen gebildet. Auch bei der Nolde Stiftung Seebüll freut man sich über sehr gute Besuchszahlen.

„Wir profitieren tatsächlich“, vermeldeten ebenso die Museen der Söl'ring Foriining auf Sylt, zu denen das Altfriesische Haus in Keitum gehört. Bei extrem schlechten Wetter gingen die Menschen zwar gar nicht vor die Tür, sei es jedoch windig mit gelegentlichen Schauern, verzeichne man „sehr gute Besucherzahlen“, sagte Museumsleiterin Dörte Ahrens. Dienstag etwa sei ein „hervorragender Spitzentag“ gewesen.

"Brechend voller" Parkplatz

In Schleswig bemerkt man ebenfalls positive Effekte. „Regenwetter ist ideales Museumswetter, das bekommen wir bei der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen deutlich zu spüren.“ In Kombination mit den Sommerferien sorgt das Wetter für lange Schlangen, die bis vor die Tür reichen. „Der Parkplatz ist voll, die Autos parken schon um das Schlossgelände herum“, heißt es bei der Stiftung. „In unserer großen internationalen Sonderausstellung in der Reithalle „Von Degen, Segeln und Kanonen. Der Untergang der Hedvig Sofia“ sind ab mittags alle Audioguides ausgeliehen, so groß ist der Andrang dort.“

Im Wikinger Museum Haithabu sei der Parkplatz „brechend voll“, sagte Museumsleiterin Ute Drews. Familien strömten ins Museum, seien aber auch für einen Besuch des Freigeländes gut ausgerüstet. Derzeit sind die Wikingerdörfer bewohnt. „Die Wikinger leben da, und es ist offensichtlich spannend, bei Regenwetter an die Tür zu klopfen“, berichtete Drews. Drinnen säßen die Bewohner am offenen Herdfeuer. „Romantisierende Vorstellungen“ von der Wikingerzeit hätten angesichts der Kälte, die durch Ritzen dringt, keine Chance. „Jetzt kann man mal erleben, wie hart das Leben war.“

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