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Beachtliche Visitenkarten

Semesterkonzert mit Volker Mader Beachtliche Visitenkarten

Mit Wolfgang Amadeus Mozarts Konzert für Flöte und Harfe C-Dur KV 299 und Gustav Mahlers Sinfonie Nr. 4 G-Dur leistet sich Volker Mader zum Semesterkonzert seines Kammerorchesters der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein Programm, das es in sich hat.

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Quelle: ehr: Marco Erhardt

Kiel. Hier ist ein Gespür für Mahlers Aufbruch in eine neue Epoche der Musik vonnöten, dort orchestrale Sensibilität für die Zwiesprache zweier Solisten, deren Instrumente im Großklang leicht untergehen. Doch schon der Eröffnungszug des Abends, Christoph Willibald Glucks, Ouvertüre zur Oper Iphigenie in Aulis, kann sich hören lassen. Nach leichten Schieflagen beim Einstieg nimmt die Musik eindrucksvoll Fahrt auf, und auch wenn beileibe nicht jeder Ton sitzt, wirkt dieser Auftakt doch ansteckend.

 Die Verve, zu der das Orchester hier findet, bleibt auch in Mozarts Doppelkonzert erhalten. Sie bietet eine verlässliche Basis für das balancierte Zusammenspiel der Flötistin Myrto Michalopoulou und der Harfenistin Nora-Elisa Kahl, beide Studentinnen an der Lübecker Musikhochschule. Michalopoulous Flötenton wirkt dabei ebenso körperhaft wie luftig, und natürlich passt der sängerische Ansatz der Griechin auf ihrem Instrument sehr gut zur Tonsprache des Konzerts an sich. Überdies verbindet er sich harmonisch mit Kahls pointiertem Harfenspiel, in dessen kontinuierlichem Flow viele sorgfältig herausgearbeitete Kleinigkeiten zu entdecken sind. So legen die beiden jungen Musikerinnen hier gemeinsam eine schöne Visitenkarte vor und können dabei auf Maders dem Potenzial des Kammerorchesters adäquat angepasstes Geleit zählen.

 Nach herzlichem Applaus steht nach der Pause dann Mahlers Vierte auf dem Programm. Schon im ersten Satz darf man sich über die Natürlichkeit der Interpretation ebenso freuen wie über die beachtliche Präzision der Blech- und auch der Holzbläser, die während des gesamten Verlaufs der Sinfonie erhalten bleibt. Eher sind es die Streicher, die hier öfter auf die schiefe Bahn geraten und insbesondere im 3. Satz klingt die Musik passagenweise zerstreut. Im anschließenden Finale gestaltet Susan Gouthro ihren Sopranpart dafür sensibel mit hinreichend sängerischer Unschwere, so dass Mader mit seinem Kammerorchester hier in summa eine beachtliche Leistung glückt. Auch, dass der sonst so zugabenfreundliche Dirigent nach berechtigt großem Applaus ausnahmsweise einmal kein Extra spendiert, spricht im positiven Sinne für sich.

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