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David und Götz sorgen für Unterhaltung im Einklang

Showpianisten David und Götz sorgen für Unterhaltung im Einklang

Ihr erstes gemeinsames Duo-Konzert gaben David Harrington und Götz Östlind 2009 im thüringischen Arnstadt, der „Bachstadt“ in der Nähe von Erfurt, vor 76 zahlenden Zuschauern. Später gaben sie das "größte Klavier-Duo-Konzert der Welt" und gastiert am Sonnabend im Kieler Schloss.

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Zwei Freunde, zwei Flügel, zwei Stimmen: David Harrington (links) und Götz Östlind wollen in ihren Programmen Virtuosität und Humor verbinden.

Quelle: Harrington Media

Kiel. Harrington und Östlind gaben vor „76 für uns zahlenden Zuschauern, unser erstes Konzert über den Hamburger Speckgürtel hinaus“, wie Östlind sich im Telefoninterview noch heute lebhaft erinnert. Vor gut zweieinhalb Monaten bekamen die „Showpianisten“ David & Götz in der Hamburger Barclaycard Arena Standing Ovations beim Heimspiel vor 4500 Zuschauern – dem „größten Klavier-Duo-Konzert der Welt“, wie sie auf ihrer Künstler-Homepage stolz verkünden.

Perfektion sei ihnen wichtig beim Zusammenklang, betonen die beiden studierten Musiker, und kombiniert mit einer humorvollen Show mache dies das Konzerterlebnis einmalig. Wobei er großen Respekt vor dem Attribut „einmalig“ habe, betont Harrington. Aber ist Perfektion bei allem Streben denn hier überhaupt erreichbar? „Nein“, sagt Harrington, „und wir benutzen Perfektion – eine Bezeichnung, die ich auch nicht mag – als relativen Begriff.“ Dazu sei es ein maschineller, ergänzt Östlind. Mindestens so wichtig wie fehlerfreies Spiel sei es, dass das Herz dabei sei. Dieses Komponente spüre der Zuschauer, und da fange wirkliches Talent an, so Harrington. Bei klassischen Duo-Werken, insbesondere gespielt von asiatischen oder russischen Pianisten, komme ihnen das oft vor wie „ein Gebrause, eine Flut von Tönen“, erzählt Harrington. Bei ihnen solle es „wie ein riesengroßes Klavier“ klingen.

Das Repertoire von David & Götz reicht von Klassik über Operette, Oper, Musical, Pop und Rock bis Boogie Woogie. Nach welchen Kriterien wählen sie die Stücke aus, die sie spielen und singen? Bekannt müssen sie schon mal sein, deshalb seien viele Klassiker versammelt, ob Dave Brubecks Blue Rondo à la Turk oder Michael Jacksons Man In The Mirror. Da seien sie dem Unterhaltungsbereich ganz klar näher als dem puristischen Klassik-Duo. Alle Stücke arrangiert das Duo selbst. Gibt es Unterschiede, was den Schwierigkeitsgrad betrifft? „Manchmal braucht es wenige Wochen“, sagt Östlind. „Dann gibt es Stücke, die brauchen Monate. Bei der 5. Symphonie von Beethoven bist du mit ’nem halben Jahr dabei, bis es wirklich vorführungsreif klingt.“ Vor allem das Arrangement zur Filmmusik von Fluch der Karibik sei sehr komplex, erklärt Harrington. „Das ist das einzige Stück, wo ich mir auch nach Jahren die Noten vor die Nase stellen muss.“

Konzert-Locations wie der Nurbürgring oder das welthöchste Gebäude, das Burj Khalifa in Dubai vor 99 milliardenschweren Gästen, seien besondere Erlebnisse gewesen. Vor allem aber das Konzert im vergangenen August vor 305 Soldaten aus 21 Nationen in Camp Marmal am Fuß des Hindukusch auf Einladung der Bundeswehr. Diese Erfahrung versuche er noch heute zu verarbeiten, sagt Harrington, und Östlind ergänzt: „Das sind Erfahrungen, die vergisst du dein Leben lang nicht.“

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