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Im Schweiß und im Tanz versunken

Sie kamen Australien Im Schweiß und im Tanz versunken

Ein schrammeliges Intro abseits der Norm und im ersten Song die Frage „Ob du ein Leben hast?“ Zwei Sinnbilder für den verspielten Elektropunk, den Sie kamen Australien bei ihrer EP-Release-Party in der gut besuchten Schaubude am Freitagabend auftischen.

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Früher seien Menschen auf der Bühne durch die Technik gestorben, wenn es zu nass war – so die Elektropunks von Sie kamen Australien.

Quelle: Sie kamen Australien

Kiel. Witz und Ironie wird von den Kielern auch im systemkritischen Die Basis Trägt Nicht Mehr mit einem satten Beat unterlegt und ihr grundsätzlich kleinteiliger, hektischer Stil regt schnell zum Tanzen an. Nach dem dritten Song läuft der Schweiß bereits bei allen, nur bei Bassist Stulle nicht. „Dafür schwitzt Henner für zwei“, ruft Schlagzeuger und Elektrosounderzeuger Simmer in freudiger Erregung dazwischen. Obwohl im Kern eine Punkband, muten Sie kamen Australien auch kitschig an. Extrem hohe Elektro-Synthies quietschen die Melodie, erinnern an die Bondage Fairies, die ihren Punk mit 8-Bit-Klängen des C64 verbinden. Leider dauert es, bis die teils schrägen Nummern zur Entfaltung kommen, richtig Fahrt aufnehmen und so etwas wie ein zupackender Refrain zu hören ist. Dem kommen sie dann aber bei Gib Mir Deine Kraft mit hallenden Synthies, effektvoller Gitarre und melancholischem Interlude energisch nach.

Gliedmaßen zucken vor der Bühne

Ebenso bollernd und treibend kommt der Titeltrack Der Peter Ist Der Wolf vom bald erscheinenden Album daher. Da zucken die Gliedmaßen vor der Bühne in alle erdenklichen Richtungen und die Band ruft kurzerhand den Wettbewerb für den „schlechtesten Tanz des Abends“ aus. Belohnung: Natürlich die neue Superstar-EP. Von der die aktuelle Single Du Bist Der Superstar tanztechnisch nun voll ins Schwarze trifft. „Im Untergrund ist Bewegung“, befindet Sänger Henner – mittlerweile schweißdurchtränkt – dazu. Früher seien Menschen auf der Bühne gestorben, wenn es dort zu nass war. Zum Glück hat sich die Technik weiterentwickelt, sodass die Band auf die obligatorische Zugabe verzichtet und stattdessen laut Henner einfach so lange spielt „bis wir nicht mehr können.“ Ist recht so. Im Schweiß und im Tanz versunken.

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