17 ° / 8 ° Regenschauer

Navigation:
„The Voice“ ist nicht totzukriegen

Show „Sinatra & Friends“ „The Voice“ ist nicht totzukriegen

„Vielleicht haben Sie gehört, dass ich kürzlich 100 Jahre alt geworden bin. Dafür habe ich mich doch recht gut gehalten, oder?“, witzelt Sinatra-Darsteller Stephen Triffitt fast am Ende der zweistündigen Show "Sinatra & Friends", die am Mittwoch in Hamburgs Kulturfabrik Kampnagel Deutschlandpremiere feierte.

Voriger Artikel
Manipulation auf Zelluloid
Nächster Artikel
Hamburg zieht die Stars an

Geburtstagsshow zu Sinatras 100., aus London importiert: Die Sänger Mark Adams (als Dean Martin), Stephen Triffitt (als Frank Sinatra) und George Daniel Long (als Sammy Davis Jr., v.l.) im Hamburger Kulturzentrum Kampnagel.

Quelle: Christian Charisius

Hamburg. Am 23. Februar kommt sie auch in die Sparkassen-Arena-Kiel. „Aber nur mein Körper ist 100. Im Kopf bin ich immer noch 24“, fügt er hinzu. Die Entertainer-Legende Frank Sinatra, die 1998 an Herzversagen starb, ist sowieso nicht totzukriegen. In Jemandem wie Triffitt lebt sie auf der Bühne weiter. Denn es ist schon erstaunlich, wie genau der Brite das Stimm-Timbre von „The Voice“ Sinatra trifft, wenn er dessen Klassiker singt – und wie sehr er Mister „Ol’ Blue Eyes“ auch optisch ähnelt.

 Aber Triffitt ist ja nicht alleine da: Wie das Original schart er mit Mark Adams als Dean Martin und George Daniel Long als Sammy Davis Jr. seine Freunde um sich, mit denen er bereits viele Jahre im Londoner West End Erfolge feierte. Gemeinsam erinnern sie noch einmal an die unzähligen Konzerte, die das „Rat Pack“-Trio in den Sechzigern im Sands Hotel in Las Vegas zum Publikumsmagneten machte. Nur die unterkühlt wirkende Bühne mit der leuchtenden Showtreppe verhindert an diesem Abend die volle Illusion. Auf ihr finden neben den Herren in den gediegenen Anzügen auch die neunköpfige Big Band unter der Leitung von Dominic Barlow, sowie drei Background-Sängerinnen Platz.

 Die Show beginnt mit Solo-Auftritten von Sinatra und Co., bei denen dann auch die Unterschiede der Charaktere gut rauskommen. Sinatra wiegt sanft mit den Hüften und wirkt allein mit seinem Charisma und der Stimme, während er Songs wie Come Fly With Me und The Way You Look Tonight zum Besten gibt. Dean Martin torkelt eher über die Bühne als das er läuft und wickelt jeden mit seinem Charme um den Finger – inklusive Frauenchor, den er die „Golddiggers“ tauft, und der ihm dann auch nicht mehr von der Seite weicht. Beswingt singt er seinen Song That’s Amore, für den er eine Rose aus der ersten Reihe erntet.

 Sammy Davis Jr. ist indes so flink wie ein Wiesel: Er steppt, dreht Pirouetten und pfeift zum Song Mr. Bojangles. Am Besten sind sie aber immer noch zu dritt, denn dann kommt Spaß pur rüber. „Mit ein paar Drinks intus wird die Show sowieso immer besser“, meint Sinatra, während er dem Publikum mit einem Whiskey-Glas zuprostet.

 2016 wirkt freilich alles etwas geschliffener als damals in den Sechzigern, als sich die Originale durch eine „political uncorrectness“ auszeichneten. Nach der Pause kommen die Drei im Smoking und mit ihren größten Hits zurück. Sinatra singt Strangers In The Night und holt eine der Sängerinnen als seine Tochter Nancy auf die Bühne, die auch den Bond-Song You Only Live Twice gibt. „Ohne diesen Song würden sie mich nicht aus der Halle lassen“, weiß Sinatra am Ende und begeistert mit My Way im Lichtkegel der Scheinwerfer. Zu dritt in weißen Smokings singen sie die Zugabe New York, New York und ernten Riesenjubel und stehende Ovationen. Ja, so könnte es damals mit dem „Rat Pack“ in Vegas gewesen sein.

 Noch bis zum 17. Januar gastiert „Sinatra & Friends“ in Hamburg, danach tourt das Stück bis Anfang April durch Deutschland und macht am 23. Februar, 20 Uhr, Station in Kiel.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3