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Turandot tanzt

Sommeroper mit Ballett Turandot tanzt

Das Ballett gibt in der Sommeroper auf dem Rathausplatz ein kleines Gastspiel: Marina Kadyrkulova und Alexey Irmatov vom Kieler Ballett begleiten "Turandot" mit einer Choreografie von Yaroslav Ivanenko.

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Sie bringen die Oper in Bewegung: Ballettchef Yaroslav Ivanenko (li.) und die Tänzer Marina Kadyrkulova und Alexey Irmatov.

Quelle: Marco Ehrhardt

Kiel. "Turandot" findet Kiels Ballettchef toll, die expressiv aufgeladene Musik sowieso, aber auch, wie sich in Puccinis letzter Oper eine Liebesgeschichte zwischen Tod und Leben ausbreitet. So entstand die Idee zu den beiden Figuren, die Daniel Karaseks Inszenierung tänzerisch begleiten. Nun tanzt Marina Kadyrkulova den Tod, Alexey Irmatov das Leben. „Das sind keine menschlichen Figuren, eher Metaphern“, sagt Ivanenko, „der Tanz soll auf einer anderen Ebene zeigen, was in der Geschichte passiert.“

Ursprünglich war es für Kiels Ballettchef nur darum gegangen, den Chor in Szene zu setzen. Aber bei der Arbeit kam Ivanenko noch die ein oder andere Idee. „Die Oper erscheint mir manchmal etwas statisch“, schmunzelt er – und findet es reizvoll, die Tradition ein bisschen in Bewegung zu bringen. Trotzdem bleibt "Turandot" eine Oper. „Der Tanz“, so Ballettdramaturgin Daniela Roth, „blitzt hin und wieder in kleinen neuralgischen Momenten auf.“ So wird Marina Kadyrkulova zu Beginn einen Totentanz zelebrieren. „Spannend“, sagt die wandelbare Tänzerin, die dabei – nach Auftritten als Odette in Schwanensee und als hübsch robotige Coppélia diesmal buchstäblich mit dem Feuer tanzen wird. Und Alexey Irmatov, der Dynamiker im Kieler Ballett, nimmt es entspannt: „Ich finde es viel schwieriger, einen Charakter rüberzubringen. Hier tanze ich einen Begriff, eine Allegorie.“

Die größte Herausforderung ist für die Tänzer das Draußen-Erlebnis. Heute hatten sie Glück, da kam der Regen erst nach der Probe. „Wir sind vom Wetter abhängig“, sagt Irmatov, „und wenn der Bühnenboden nass ist, wird das schon heikel.“ Die Spitzenschuhe bleiben also diesmal in der Truhe. „Die Tänzer brauchen draußen mehr Bodenhaftung“, ergänzt Ivanenko, „sie müssen sich wie Katzen bewegen.“ Andererseits hat das Freilufttheater für den Ballettchef, der sich die Herausforderungen auch gerne sucht, auch seinen eigenen Reiz: „Open Air eröffnet mehr Raum und mehr Freiheit.“

Kieler Sommeroper: Puccinis „Turandot“, Rathausplatz, acht Vorstellungen vom 15. bis zum 23. Juli (außer Mo.), jeweils 20.30 Uhr. Karten: Tel. 0431 - 901901, www.theater-kiel.de

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