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Kleiner Prinz wieder zu erleben

Sommertheater Kleiner Prinz wieder zu erleben

Die blonde Perücke sitzt, der rote Schal flattert im sommerlich warmen Wind: Der Kleine Prinz befindet sich im Landeanflug auf den Innenhof des Kieler Rathauses. Zum 24. Mal präsentiert das Theater Die Komödianten das moderne Märchen für Kinder und Erwachsene von Antoine de Saint-Exupéry unter der Regie von Christoph Munk.

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Kiel liegt ihm zu Füßen: Der Kleine Prinz (Linda Stach). An seiner Seite Ivan und Markus Dentler.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. An der Inszenierung, wie immer musikalisch eingerahmt durch das atmosphärische Saxophon von Markus Schmidt-Relenberg, wurde nichts verändert. „Nur die Besetzung wird wechseln“, so Markus Dentler. „Wir wollen das Stück in die Kieler Partnerstädte bringen. Ab September sind wir im polnischen Gdynja, da brauchen wir ein größeres Ensemble“. Und so werden Linda Stach und Antje Otterson sich in der Titelrolle abwechseln, Erzähler Christian Enner wird von Anna Nigulis abgelöst und Thomas Bosch springt für Dentler ein, der neben seiner Paraderolle als greinender König auch den eilfertigen Geschäftsmann und den Geografen spielen wird. Sein Sohn Ivan ist seit zwölf Jahren dabei – unter anderem als strunzdummer Laternenanzünder und als listiger Fuchs. Wie seine Kollegen ist er begeistert von der Akustik der Freilichtbühne im Rathaus-Innenhof, die lästige Mikroports überflüssig macht. „Bei den Proben liegt die Priorität darauf, die erste Reihe nicht anzubrüllen und die letzte noch zu erreichen.“

 Hat man nach so vielen Jahren noch Spaß an dem Stück? „Ohne Frage“, so die prompte Antwort von Markus Dentler, in der ein Anflug von Entrüstung mitschwingt. „Ich habe das Buch schon als Schauspielschüler großartig gefunden. Es ist das meistgelesene Buch nach der Bibel.“ Was in Kiel bislang nicht so bekannt war: Der Theatermann aus Ulm spielt das Stück über den kindlichen Monarchen, der seinen Planeten verlässt, um im großen Weltall einen wahren Freund zu finden, schon seit 41 Jahren. „Die Bühnenfassung stammt von meiner Mutter. Mein Vater fand die Idee doof, deshalb bin ich damals nach Kiel ausgewandert.“ In den letzten vier Jahrzehnten hat Dentler von der Titelrolle bis zum Erzähler schon jede Figur gespielt. „Dabei ist es keineswegs so, dass ich alles kennen würde. Ich entdecke jedes Jahr etwas Neues in dem Stück. Für mich steckt darin die Erkenntnis, dass man nie auslernt im Leben.“

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