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Sommertheater Kiel: Nabucco Gedichte, Tango, Basketball

„Eigentlich hat die Abigaille Witz und Esprit – und im Gegensatz zur Lady Macbeth hat sie ein Herz, das mit Wärme zum Vorschein kommt, wenn sie am Ende der Oper stirbt. “ Alessandra Gioia erklärt die unmenschliche Entgleisung ihrer zentralen Figur im Nabucco-Sommertheater auf dem Rathausplatz mit einer Desillusionierung vom Leben: „Sie verliert ihren familiären Halt und ihren Geliebten Ismaele.“

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Dario Solari und Alessandra Gioia wollen als Nabucco und Abigaille am Schluss eine Spur Verständnis füreinander zeigen.

Quelle: Björn Schaller

Kiel. Giuseppe Verdi habe daraus musikalisch eine besonders heikle Zwischfachpartie geformt, die mit dem Spagat zwischen Belcanto-Weichheit und äußerst dramatischen Ausbrüchen viel Energie koste. Die charismatische Sängerin, die ihre Freizeit in der Heimatstadt Rom gerne mit ihrer dreijährigen Tochter und dem Verfassen von landesweit beachteter Lyrik verbringt, hat sich die Partie mit einer ganz Großen der Gesangskunst, Renata Scotto, erarbeitet. Mit Turandot hat sie inzwischen eine „postmoderne“ und mit der Minnie aus La fanciulla del west eine „avantgardistische“ Puccini-Aufgabe der dramatischen Art übernommen.

 In Rom überschneidet sich Gioias Biographie mit der des Nabucco-Baritons Dario Solari. Dort feierte er seinen bisherigen Karriere-Höhepunkt, als er Verdis Macbeth unter Stardirigent Riccardo Muti singen durfte. In seinem südamerikanischen Heimatland Uruguay sei die Chance, schon als Kind mit der Opernkunst in Berührung zu kommen, eher gering gewesen. Doch als der 14-jährige 1990 das Weltmeisterschaftskonzert der „Drei Tenöre“ Pavarotti, Domingo und Carreras hörte, war für ihn der Weg klar: „Ich war völlig perplex, was die drei mit ihren Stimmen bewegen konnten – und das wollte ich auch.“

 Auch Solari, zunächst Tango-Sänger, war in besten Händen: Katia Ricciarelli entdeckte sein Stimmpotenzial und holte ihn mit 22 zum Studium nach Italien. Im Stammland der Oper, wo das Publikum „ziemlich zickig sein kann“, liegt sein Schwerpunkt seitdem bei Verdi. Doch in der Heimat Uruguay „brauchen die elf- und 13-jährigen Söhne den Vater“ – zumal, um die gemeinsame Basketball-Leidenschaft zu teilen.

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Ein Artikel von
Dr. Christian Strehk
Kulturredaktion

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