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Lübecker Theater in der Warteschleife

Sorge um Zuschuss Lübecker Theater in der Warteschleife

"Sunset Boulevard", "Tosca", "Blechtrommel"...: Die Lübecker Theatersaison 2016/2017 ist bestens angelaufen. Direktor Christian Schwandt freut sich über eine „sehr gute“ Auslastung. Aber es gibt aktuell wieder Grund zur Sorge.

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Erfolgsproduktion in Lübeck: Sunset Boulevard mit Gitte Hænning als Norma Desmond und Asmus Borkowski als Joe Gillis.

Quelle: Olaf Malzahn; +

Lübeck. Schwandt kann sich auch über großen Rückhalt seines Theater-Freundeskreises freuen: Stattliche 19400 Unterschriften gegen die von Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) im Zusammenhang mit seinem Haushalts-Konsolidierungskonzept ins Gespräch gebrachten Zuschusskürzungen wurden im jüngsten Hauptausschuss übergeben. Doch gleich darauf tagte die Bürgerschaft. Und lehnte am Donnerstagabend erstmals seit Saxes Amtsantritt vor 14 Jahren den Etat-Entwurf der Verwaltung genauso ab wie das Sparkonzept, das der Bürgermeister als Ausgleich für eine zuvor schon abgeschmetterte Tourismusabgabe erarbeitet hatte. Die Folge: Die avisierte Zuschusserhöhung um 400000 Euro fürs Theater ist nicht beschlossen.

 Zwar ist sie auch nicht abgelehnt, zumal der Sparvorstoß Saxes von allen Fraktionen jenseits der Wählergemeinschaft „Bürger für Lübeck“ einhellig negativ beschieden wurde. Doch vorerst bleibt Schwandt nichts anderes übrig, als mit dem Ansatz für 2016 weiter zu planen. Und zu hoffen, dass sich die Allianz fürs Theater durchsetzt, die auch von der mit Bürgermeister-Ambitionen ausgestatteten Kultursenatorin Kathrin Weiher unterstützt wird. Der Theatermann braucht das zusätzliche Geld: Die Tariferhöhung, verbunden mit einer Neueinstufung von etlichen Stellen sowie die Erhöhung des Mindestlohns erfordern die Summe – was wohl auch die Politiker überzeugt hat.

 Aber der Haushalt ist vorerst vertagt. Das bedeute, so Saxe, dass die Stadt bis auf weiteres keine Investitionen tätigen könne. Ob das dann auch für die laufenden Arbeiten im Konzertsaal der Musik- und Kongresshalle (MuK) zutrifft – auf diese Frage gab es gestern keine Reaktion aus dem Rathaus. MuK-Chefin Ilona Jabarek sah „keine akuten Auswirkungen“. Sie setzt darauf, dass der Saal wie geplant Ostern fertig saniert ist. Sowohl Schwandt, der derzeit ein kräftiges Besucherminus bei seinen in die kleinere MuK-Rotunde verlagerten Konzerten verkraften muss, wie auch das SHMF bauen auf diesen Termin. Verzögerungen könnten hier wie da empfindliche Auswirkungen nicht nur auf das Angebot, sondern auch auf das wirtschaftliche Ergebnis haben.

 Bleibt für den Theaterchef nur das Prinzip Hoffnung. Und die beherzte Ankündigung: „Ich werde eher die Heizung runterdrehen, als an Qualität sparen“. Die nämlich zieht derzeit viel Publikum ins Haus.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion

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