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Soul symphonisch, intim inszeniert

Stefan Gwildis und Kiels Philharmoniker Soul symphonisch, intim inszeniert

Schon im Vorjahr, beim Classic-Open-Air zur Kieler Woche, machten der Hamburger-Soul-Pop-Sänger Stefan Gwildis und die Kieler Philharmoniker gemeinsame Sache.

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Hat sich längst als einfühlsamer Soul-Interpret etabliert: der Hamburger Sänger Stefan Gwildis.

Quelle: Photographer: Tristan Ladwein

Kiel. Sehr zur Freude von Tausenden Besuchern auf dem Kieler Rathausplatz, die das Programm Soul meets Classic 55 Minuten lang in vollen Zügen genossen. Am Sonntag kommt es im Kieler Schloss zum erneuten Zusammenspiel des Orchesters mit Gwildis, der seine Band und einen ganzen Strauß seiner Songs mitbringt.

 Lass ma’ ruhig den Hut ist das Programm des „Stefan Gwildis Symphonic Projects“ überschrieben, das diesmal der Kieler GMD Georg Fritzsch dirigiert. Das hatte er auch schon zur Kieler Woche tun wollen, erkrankte aber und musste den Dirigentenstab zu seinem großen Bedauern an den damaligen 1. Kapellmeister Leo Siberski weiterreichen. Ganz besonders freut es ihn daher, es jetzt nachholen zu können. „Das war mein Baby, dieses Projekt“, sagt Fritzsch. „Das soll möglicherweise auch eine CD werden. Wir wollen das Konzert mitschneiden.“

 Was hat sich im Vergleich zum Konzert auf dem Rathausplatz verändert? „Erstmal haben wir noch nicht wieder Sommer“, sagt Fritzsch und lacht. „Im Prinzip ist das aber dem sehr ähnlich, was wir damals draußen gemacht haben. Es sind natürlich ein paar Songs mehr, es werden etwa zwei Stunden mit Pause. Die Orchestration ist noch ein bisschen größer, weil wir mehr Platz haben, und die Indoor-Variante hat noch etwas Intimeres.“ Es seien aber dieselben Arrangements. Die stammen vom Chefdirigenten der NDR-Bigband, Jörg Achim Keller, der mit Gwildis vor drei Jahren das Album Das mit dem Glücklichsein eingespielt hat. Morgen, Freitag und Sonnabend soll nun geprobt werden.

 Dass Soul sich für eine Orchester-Begleitung mit den Bläsern und Streichern eher anbietet als Rock, findet auch Fritzsch. „Das ist ganz richtig. Wir haben ja über die Jahre hinweg verschiedenste Arten von Crossover gemacht. Natürlich wird es immer dort schwierig, wo die harmonischen Voraussetzungen gegenüber den rhythmischen hinten anstehen. Für Suzi Quatro zu arrangieren ist nicht ganz einfach.“ Außerdem trage das „etwas abgesenktere Lautstärkelevel“ dazu bei, dass das Zusammenwirken im Fall von Gwildis’ Songs geschmeidiger funktioniere.

 Die Songauswahl hat Stefan Gwildis selber besorgt, Songs wie Das Lied in dir, Der Einsame, Wer loslässt, hat die Hände frei sind ebenso dabei wie einige der von Gwildis eingedeutschten Soul-Klassiker. „Es ist dramaturgisch ganz geschickt aufgebaut“, sagt Fritzsch, „er hat natürlich ein Gefühl dafür, agiert ja auch sehr interaktiv mit dem Publikum. Gerade zu Beginn des zweiten Teils fängt es sehr intim an und wird dann immer mehr.“

www.theater-kiel.de

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