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Witzige Liebeserklärung an die Wahlheimat Polen

Steffen Möller in Kiel Witzige Liebeserklärung an die Wahlheimat Polen

KulturForum: ausverkauft, Stimmung: ausgelassen. Bei seinem Auftritt in Kiel erlebte der in Polen lebende deutsche Kabarettist, Buchautor und Schauspieler Steffen Möller ein Heimspiel in doppelter Hinsicht. Er sorgte für Lacher im Minutentakt.

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Bei seinem Auftritt in Kiel erlebte der in Polen lebende deutsche Kabarettist, Buchautor und Schauspieler Steffen Möller ein Heimspiel in doppelter Hinsicht.

Quelle: Peter von Felbert (Archiv)

Kiel. Waren doch etliche der Anwesenden Polen. In deren Heimat ist der gebürtige Wuppertaler der wohl bekannteste Deutsche – nach Papst Benedikt und Angela Merkel. Möller spielte in einer beliebten Fernsehserie fünf Jahre lang den deutschen Kartoffelbauern Stefan Müller. Eine Rolle, die er bekam, nachdem er beim landesweit beachteten Rechtschreibwettbewerb „Das allgemeine polnische Diktat“ den ersten Preis abräumte. Allerdings nur in der Kategorie Ausländer. Und auch nur, weil es in dieser Kategorie bloß ganze zwei Teilnehmer gab.

Wie ein Reisender in Sachen solch absurd-komischer Angelegenheiten tritt Möller auf. Im Hintergrund der Bühne leuchten Dias seiner Wahlheimat Polen, aber vor allem der Stadt Warschau. Der meistunterschätzten Metropole, wie Möller meint, auch unter den Polen. Sein aktuelles Buch „Viva Warszawa – Polen für Fortgeschrittene“ hat er darum der Stadt gewidmet, gespickt mit vielen komischen Episoden und Erklärungsversuchen der Mentalität unserer östlichen Nachbarn, die es zu entdecken lohnt. Etwa die spezifische Befindlichkeit des „Negative Thinking“, illustriert an Hand der Geschichte seines ersten Polen-Aufenthalts, als die Polnisch-Lehrerin die aus Deutschland zum Sprachkurs angereisten Studenten mit den Worten empfing: „Ihr seid nach Polen gekommen, um unsere Sprache zu lernen – das wird nichts!“ Immerhin habe man sieben Fälle.

Solcherart Fatalismus war genau der Grund für Möller, nach Polen zu emigrieren. Ganz ohne „Negative Thinking“ reagieren denn auch seine polnischen Wahl-Landsleute im Publikum auf die satirischen Beobachtungen, die Möller im knapp dreistündigen frei gesprochenen Programm liefert. Es wird genickt und viel gelacht. Auch über die Deutschen selbstverständlich, die gerne mal in Polen in verschiedenste Fettnäpfe tappen, wie etwa in den, polnische Städte mit deutschen Namen zu bezeichnen oder auch Russisch in Polen sprechen zu wollen, weil die Sprachen doch so ähnlich seien. Verwandtschaften zwischen der deutschen und polnischen Sprache kommen auch noch zu Wort: Wer hätte denn gedacht, dass „Dingsda“ auf Polnisch „Wihajster“ genannt wird, oder dass es das schöne polnische Wort „Bruderszaft“ gibt. Wenn das kein Zeichen ist.

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