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Streit um Hamburger Elbphilharmonie beendet

Musik Streit um Hamburger Elbphilharmonie beendet

Es bewegt sich was auf der Baustelle der Hamburger Elbphilharmonie: Nach acht Monaten Baustillstand haben sich die Stadt Hamburg und der Baukonzern Hochtief doch noch auf den Weiterbau des spektakulären Konzerthauses geeinigt.

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Kisselers Strategie ist aufgegangen.

Quelle: Markus Scholz

Hamburg. "Es ist uns gelungen, den weiteren Fortgang des Baus von den Streitigkeiten der Vergangenheit abzulösen und eine Vereinbarung mit Hochtief über die Fertigstellung des Projekts zu erreichen", sagte Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) am Donnerstag in Hamburg in einer gemeinsamen Erklärung mit Hochtief.

Danach haben die Stadt und Hochtief Eckpunkte für eine Neuordnung abgeschlossen. Kernpunkte der Abmachung sind eine Neuordnung der Planungsverantwortlichkeiten, ein Zeitplan zur Fertigstellung und die Einigung auf ein Schiedsgerichtsverfahren. Die Übergabe der Elbphilharmonie ist nun für Sommer 2015 geplant.

Hochtief-Vorstandsmitglied Marcelino Fernández Verdes erklärte: "Wir haben gemeinsam eine Lösung für die kritischen Punkte gefunden: Das Saaldach wird ohne Abstriche bei der Sicherheit so schnell wie möglich gebaut, gemeinsam mit Herzog & de Meuron werden wir die Planung für das Gebäude abschließen. Außerdem haben wir einen Modus für den Umgang mit strittigen Themen gefunden."

Auch David Koch, verantwortlicher Projektpartner der Architekten Herzog & de Meuron, begrüßte die Einigung: "Es wurden nun Möglichkeiten dafür geschaffen, das Projekt Elbphilharmonie erfolgreich fertigzustellen." Hochtief werde das Saaldach nachrüsten und es zusammen mit der Fassade innerhalb eines Jahres fertigstellen. Sämtliche Planungen insbesondere für die Gebäudetechnik sollen Hochtief und Herzog & de Meuron zusammen erstellen.

Die in Hamburg alleinregierende SPD begrüßte die Einigung. "Die Zeit für weitere taktische Spielereien ist endgültig vorbei - diese klare Ansage der Stadt in Richtung Hochtief scheint angekommen zu sein", sagte Fraktionsvize Gabi Dobusch. Aus Sicht der GAL-Fraktion wirft die Erklärung viele Fragen auf. "Es bleiben beträchtliche Zweifel, ob damit das Gesamtprojekt in sicheres Fahrwasser gebracht werden kann", sagte Anja Hajduk.

Die FDP hofft, dass die Einigung auch Bestand hat. "Zu häufig schon gab es Einigungen, die am Ende nicht das Papier wert waren, auf dem sie geschrieben wurden", sagte der FDP-Abgeordnete Robert Bläsing. Ob die Einigung tragfähig ist, müsse sich erst in der Realität zeigen, meinte auch die CDU. Die Fraktion Die Linke kritisierte den Entschluss. "Es ist ein schwerer Fehler, auf die neuesten Absichtserklärungen von Hochtief zu vertrauen", sagte der kulturpolitische Sprecher, Norbert Hackbusch.

Die Stadt hatte mit der Kündigung aller Verträge gedroht, sollte sich Hochtief nicht bereiterklären, die Arbeiten am Dach des Konzertsaals wieder aufzunehmen. Seit Jahren streiten sich die Stadt Hamburg und Hochtief um das spektakuläre Bauwerk. Zunächst sollte das Konzerthaus 77 Millionen Euro kosten und 2010 fertig sein. Mittlerweile liegen die Kosten für den Steuerzahler bei mindestens 323 Millionen Euro. Die Eröffnung wird jetzt wohl 2016 sein.

dpa

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