2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Baukultur in Schleswig-Holstein erleben

Tag der Architektur 2017 Baukultur in Schleswig-Holstein erleben

Der „Tag der Architektur“, den die Architekten- und Ingenieurkammern der Länder am 10./11. Juni 2017 veranstalten, bietet Gelegenheit, 36 aktuelle Bauten in 25 Städten und Gemeinden Schleswig-Holsteins unter die Lupe zu nehmen.

Voriger Artikel
Start für die 19. Nord Art
Nächster Artikel
Joachim Richaus wahrhaftige Bilder

Das Freya-Frahm-Haus in Laboe.

Quelle: Solvin Zankl

Kiel. Die Architekten werden ihre Objekte am kommenden Wochenende vorstellen. Die meisten sind – wie die denkmalgerecht sanierte Justizvollzugsanstalt in Neumünster – sonst nicht öffentlich zugänglich. Das große Hansemuseum in Lübeck ist dabei, aber auch die minimalistische Erweiterung einer Kieler Arztpraxis und das zentrale Kieler Wohnquartier Alte Feuerwache.

Das können Sie beim Tag der Architektur sehen:

Hier sehen Sie Bilder von den teilnehmenden Gebäuden.

Zur Bildergalerie

Tag der Architektur in Schleswig-Holstein: 36 Bauten an 25 Orten

Zwei ungewöhnliche Beispiele aus dem Land im Urteil des Architekturexperten Ulrich Höhns:

1. Ferienhäuser in Gelting, Wackerballig 40 (Führung Sa., 10.6., 13 Uhr):

Vier Ferienhäuser an der Ostsee stehen für eine andere Architekturwelt. Das Büro Noor Architektur aus Eckernförde hat die Holzhäuser geplant und dabei Rücksicht auf die Umgebung und den Hochwasserschutz genommen. Die drei ebenerdigen Häuser mit flach geneigten Pultdächern stehen als Holzrahmenkonstruktion auf einer erhöhten Betonplatte. Sie öffnen sich mit großen Fenstern zum Wasser, ein zweiseitig umlaufendes Vordach schützt die Terrasse. Die Häuser drehen sich etwas auseinander und haben zur Seite noch ein Holzschott, so dass die Nachbarn für sich sind. Das etwas höhere Doppelhaus ist ein Split-Level-Typ mit versetzt gegeneinander angeordneten Ebenen. Über der Garage beginnt das hochwassersichere Wohnen. Die asymmetrischen, holzverschalten Giebel haben nur eine Tür, aber keine Fenster. Dafür durchbrechen zwei überdimensionale Kastenfenster, halb Gaube, halb Erker, das Dach. Es sind die Augen in einem ungewöhnlichen Hausgesicht.

2. Praxis in Kiel, Wulfsbrook 2 (Führung So. 11 + 12.30 Uhr):

Wenn unten kein Platz ist oder ein Weg freigehalten werden muss, dann kann man den kleinen Erweiterungsbau einer Arztpraxis auch auf Stelzen stellen. Die Form spricht für sich, die Funktion ist eindeutig erkennbar, und es entsteht der Reiz des Neuen in einer architektonisch eher anspruchslosen Nachbarschaft. Ganz im Sinne der Architekturmoderne ist die Art, wie der Kieler Architekt Manfred Nagel den Kasten an den Altbau anschließt. Er verbindet ihn durch einen gläsernen Gang im ersten Obergeschoss und trennt ihn mit einer klar definierten Fuge. Der Kubus erscheint dadurch autark und schwebend. An beiden Stirnseiten ist er großzügig verglast, was ihn wie einen durchgängigen Raum erscheinen lässt. Innen wird dieser Eindruck durch eine

durchlaufend sichtbare Decke verstärkt. Die beiden Längsseiten werden nur von kleinen, funktional gesetzten Fensterschlitzen durchbrochen. Das schöne Zedernholz der Fassaden unterstreicht die Leichtigkeit des neuen Baukörpers und hebt ihn von seinen konventionellen Nachbarn ab, ohne sie in den Schatten zu stellen.

Alle Objekte, die am 10./11. Juni 2017 zum Tag der Architektur im Lande zu besichtigen sind, unter www.aik-sh.de

Weitere Infos zu den Führungen gibt es im folgenden PDF:

 

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

Mehr aus Nachrichten: Kultur 2/3