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Stoner Rock der Spitzenklasse

The Atomic Bitchwax und Kaleidobolt Stoner Rock der Spitzenklasse

Hoher Besuch mit tief gestimmten Gitarren: Auf ihrer Gravitron-Wintertour machten The Atomic Bitchwax, mit zwei Mitgliedern von Monster Magnet prominent bestückt, Station in der Schaubude.

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Bassist Chris Kosnik und Drummer Bob Pantella spielen auch bei Monster Magnet.

Quelle: kpb:KAI-PETER BOYSEN

Kiel. Es war voll, aber nicht ausverkauft trotz des wohlklingenden Namens und des zu erwartenden Stoner Rock vom Feinsten. Schade, denn was da schon vorab von der Bühne dröhnt, lässt bereits aufhorchen: Kaleidobolt. Erst vor drei Monaten waren die drei Finnen als Headliner in der Pumpe zu sehen, und der positive Eindruck des Sommers bestätigt sich. Abwechslungsreich, rhythmisch ausgefeilt und mit reiner Freude an langen Solo- und Instrumentalpassagen brettern Sampo (Gitarre, Gesang), Marco (Bass, Gesang) und Drummer Valtteri drauflos, als gelte es The Atomic Bitchwax zu zeigen, wo Thors Hammer hängt. Stoner Rock mit starkem Psychedelic Touch, die Köpfe kreisen, die Haare fliegen und ganz beiläufig wechseln die Jungs das Tempo.

 Nach so einem fulminanten Support möchte man eigentlich nicht in der Haut von The Atomic Bitchwax stecken. Doch was folgt ist – so kurz vor Star Wars VII sei es erlaubt – eine Demonstration der Macht. Diese muss mit den drei Herren sein, jede Nummer groovt von Anfang bis Ende. Sympathisch und mit gebotener Coolness ziehen Bandgründer und Bassist Chris Kosnik, der sich mit Gitarrist Finn Ryan den Gesang teilt, mit Drummer Bob Pantella in Drei- bis Vierminutenhäppchen alle Register. „Super Stoner Rock“ nennen sie ihren Stil, ganz so staubig geht es gar nicht unbedingt zu, 70er-Hardrock und Progressive Rock drücken einem Großteil der Songs ihren Stempel auf. Das bahnt sich in Forty-Five an, setzt sich im lässigen No Way Man fort und kommt in Coming In Hot vollends zum Tragen.

 Sehr geschmeidig shuffelt auch So Come On, unwiderstehlich groovt It’s Alright und zeigt im Off-Beat so richtig die Krallen. Eine Augenweide ist Kosniks flinke Arbeit an den vier Basssaiten. Man sieht, dass sich The Atomic Bitchwax bevorzugt in der Blues-Pentatonik austoben, aber die virtuose Lässigkeit, mit der hier ein cooles Riff an das nächste gefügt wird, ist klasse. Seit 1992 gibt es die Band, war anfangs ein Nebenprojekt einiger Mitglieder von Monster Magnet. Die Rhythmussektion Kosnik und Pantella ist immer noch dort beschäftigt, aber The Atomic Bitchwax ist ein eigenständiges Rockmonster. Nur die starke Magnetwirkung war in Kiel noch nicht ganz zu spüren.

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